+7 +6/ +5 +4 +3 +2 +1 0 -1 -2 -3 -4 -5 /-6 -7
Ein Vorschlag war, stattdessen - wie bei Stiftung
Warentest - ein +System zu nehmen, also etwa +++, ++, +, 0, -, --, ---. Hier
wäre ebenfalls in Ausnahmefälle zwei ++ möglich. Ein solches System würde die
Scheingenauigkeit eines Ziffernsystems abschwächen. Ein weiterer Vorschlag war,
statt von -5 bis +5 lieber von 0 bis 10 zu werten. Vielleicht können wir bei den
o.g. Ziffern zu bleiben, wenn wir auf das Problem der Scheingenauigkeit und auf
das Spektrum (0 = durchschnittlich) ausdrücklich hinweisen. Vorab müsste auch
das Bewertungsschema erklärt werden. Ebenfalls das Ziel: besonders gute und
besonders schlechte Beispiele herauszuarbeiten. Insgesamt sollte das Verfahren
nicht zu kompliziert werden, damit es überhaupt praktiziert werden kann.
Das Bewertungsschema umfasst in der Regel die Noten +5 bis -7. In Ausnahmefällen
werden jeweils zwei Punkt hinzu- bzw. abgezogen, wenn es sich um
Referenzbeispiele handelt (erstes bzw. bedeutendstes Beispiel seiner Art
hinsichtlich des Kriteriums oder auch negatives Extrembeispiel). Die folgenden
Kriterien haben den gleichen Gewichtungsfaktor.
Konsens bestand darüber, das Feld insgesamt nochmals in
Gruppen zusammenzufassen (z.B. Spitzengruppe, sehr gute Gruppe, gute Gruppe,
schlechte Gruppe, sehr schlechte Gruppe, extrem schlechte Gruppe). In die
Spitzengruppe werden diejenigen aufgenommen, die eine bestimmte Gesamtpunktezahl
erreichen. Das ist aber nicht hinreichend. Wenn mindestens zwei Kriterien unter
0 liegen, werden die Beispiele „abgewertet“ und kommen in die zweite Gruppe.
Konsens bestand weiter darüber, dass für einzelne Kriterien oder mehrere
Kriterien jeweils eine feste Kleingruppe (wie viel Personen? drei?) zuständig
sein sollte, um eine möglichst gleichwertige Behandlung der einzelnen Projekte
zu erreichen. Diese Gruppe sollte wiederum professionell möglichst bunt sein.
(Neun) Kriterien
Auseinandersetzung mit dem städtebaulichen Bestand des Ortes: Bezug zum
historischen Stadtgrundriss, zur Topographie, Umgang mit historischen Spuren,
Parzellen, Räumen und Gebäuden ...
Städtebauliche Aspekte der Architektur: Architektur im städtebaulichen Kontext,
Stärkung einer lokalen Atmosphäre, Flexibilität und Variabilität, verträgliche
Dichte, Gebäudehöhen, Regelwerk ...
Städtebauliche Organisation: Parzellenstruktur, Stadtbaustein/Einbettung bzw.
Stärkung des Quartiers, Qualität von privaten Freiräumen ...
Qualität des öffentlichen Raums: Gestaltung, Zugänglichkeit,
Fußgängerfreundlichkeit, Vernetzung, Anbindung ÖPNV ...
Angemessene Nutzungsmischung
Ökologisches Konzept: baulich, Freiraum ...
Soziale Dimension: Abbau sozialer Polarisierung, soziale Inklusion, Einbettung
unterschiedlicher sozialer Schichten/Milieus in das Quartier ...
Wirtschaftlichkeit: sinnvoller Einsatz öffentlicher Mittel (so vorhanden),
langfristige private Verwertbarkeit ...
Qualität des Entwurfs-Prozesses: Öffentlichkeit, Wettbewerb, Charrettes/
Kooperative Verfahren, verhandelte Leistungen des Investors (so vorhanden) für
öffentliche Zwecke ...
((Ökologisches Konzept und soziale Dimension sind natürlich in den vorherigen
Kriterien auch angesprochen, sollten aber nochmals explizit bewertet werden))
Zu klären ist, ob diese Kriterien (die ja eigentlich
Kriterienbündel sind) ausreichend bzw. zu viel sind und als einigermaßen
gleichwertig angesehen werden. Oder ob sie anders gruppiert werden sollten.
Konsens war, dass die „Unterkriterien“ (nach dem Doppelpunkt) nicht noch weiter
gewichtet werden sollen, um eine gewisse Flexibilität bei der Bewertung zu
ermöglichen. Konsens war auch, dass bei deutlichen Ausreißern nach unten eine
kurze Erklärung angeboten werden sollte.
Gegenstand des Ranking ist nicht das geplante Projekt, sondern das gebaute
Projekt. Höchstnoten (5) sollten nur wenig vergeben werden, Referenznoten (7)
ganz, ganz selten. Wir brauchen eine nüchterne, Kriterien-bezogene
Bewertungskultur, auch und gerade bei unseren „eigenen“ Projekten. Zu klären
wäre, wie das Ranking-Verfahren aussehen könnte. M. E. sollte es eine kleine
Gruppe geben, die jeweils rankt und dann eine gemeinsame Lösung findet. Wie
diese Lösung gefunden werden kann, muss pragmatisch optimiert werden. Zur
Gesamtnote sollte ein ganz kurzer qualifizierender Text erstellt werden. Ich
denke, mindestens fünf solcher Bewertungen müssten vorliegen, bevor wir damit an
die Öffentlichkeit gehen (was das Ziel ist). Jedes Projekt müsste mit einigen
Bildern und Kerndaten ausgestattet werden. Die Kerndaten sollten Fläche, Anzahl
der Wohnungen bzw. Funktionseinheiten, Kosten, Finanzierungsweg (Förderung,
private Finanzierung etc.), Trägerschaft, Angaben zu den in der Planung
beteiligten Planern, Architekten etc. sowie den Lageplan in der Stadt und den
Plan des fertigen Objektes (Bebauung, Freiraum etc.) enthalten. Wenn Projekte
unter besonders schwierigen Umständen (soziale, ökologische, wirtschaftliche)
entwickelt wurden und nachweislich zur Problemlösung beigetragen haben, dann
können Bonuspunkte vergeben werden.
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Versuch, das Ranking-Verfahren (Test-Verfahren durch eine Person, d.h. durch
mich) auf das Projekt Tiergarten-Dreieck anzuwenden:
Projekt Tiergarten Dreieck
Hier müssen zuerst die Kerndaten des Projekts - vgl. oben
- aufgeführt werden.
Ranking-Wert: 30 Punkte
Vorgeschlagen wurde, dass der folgende Text aufgelöst
werden soll in 1.) eine kurze Gesamtwertung und 2.) kurze Sätze, die den
jeweiligen Kriterien-Punkten zugeordnet werden. Das müsste einmal durchexerziert
werden.
Das Projekt Tiergarten Dreieck ist ein überzeugendes Beispiel kritischer
Rekonstruktion der Stadt in einem sehr schwierigen Umfeld, ein wichtiger,
parzellen-orientierter Baustein zum Wiederaufbau des historisch durch
Botschaften geprägten Stadtquartiers zwischen Kulturforum und Zoologischem
Garten. Es integriert - mit Blick auf den Standort und dessen Geschichte -
unterschiedliche „gehobene“ Nutzungen - vor allem teures Wohnen, Botschaften und
politische Repräsentation. Die Einbettung gut verdienender Bewohner an dieser
Stelle ist - als Alternative zum suburbanen Wohnen - begrüßenswert, auch wenn
das Projekt zur etwas einseitigen Orientierung des gegenwärtigen
innerstädtischen Wohnungsneubaus auf obere Mittelschichten/Oberschichten
beiträgt. Mit der CDU-Zentrale hat dort eine Einrichtung von gesamtdeutscher
Bedeutung Platz gefunden. Die Architektur ist vielfältig und hinsichtlich
künftiger Entwicklungen flexibel, wenngleich die Gestaltung der Fassaden zum
öffentlichen Raum im Detail und im Zusammenklang nicht an jeder Stelle gelungen
erscheint. Die Trennung von privaten Räumen im Blockinneren und öffentlichen
Räumen außen ist nicht völlig klar. Handelt es sich um Gassen und einen Platz im
Blockinneren? Das ist nicht der Fall. Der beeindruckend gestaltete innere Garten
(ohne Tiefgarage darunter) ist beschränkt zugänglich - was einerseits den Bezug
der Bewohner und Beschäftigten zu diesem Garten einschränkt, andererseits
bisweilen den Vorwurf einer „Gated Community“ zur Folge hat - ein Vorwurf, der
völlig über das Ziel hinausschießt und das Phänomen Gated Community nicht
verstanden hat. Blockinnenbereiche - im Rahmen des Spektrums überkommener
Block-Größen - sind in der Regel nicht öffentlich zugänglich - ein bewährtes
Prinzip des europäischen Städtebaus. Ein großes Problem ist und bleibt - trotz
eines Umbaus des Profils (Abfolge von Fahrbahnen und Trennstreifen/Fußwegen) in
Richtung stadtverträgliche Hauptstraße - die Klingelhöferstraße - eine
stadtunverträgliche Barriere, die nahezu ausschließlich dem Autotransitverkehr
dient. Vor diesem Hintergrund gelang es auch nicht, entlang dieser Straße in den
Erdgeschosszonen attraktive städtische Nutzungen unterzubringen. Ähnliches gilt
für die übrigen Straßenfronten. Allerdings ist die Gestaltung des öffentlichen
Raums entlang des Kanals sehr gelungen. Das Projekt Tiergarten Dreieck ist das
Ergebnis eines breit angelegten Workshop-Verfahrens, an dem private und
öffentliche Akteure beteiligt waren. Es war ein privates Developer-Projekt, das
von vorneherein auf ein privates Parzelleneigentum orientiert war. Die Maßnahmen
im öffentlichen Raum wurden durch die öffentliche Hand finanziert. Das Projekt
war - angesichts der schwierigen Lage in Berlin - für den Investor
wirtschaftlich ein Erfolg.
Ranking im Detail:
(Neun) Kriterien
Auseinandersetzung mit dem städtebaulichen Bestand des Ortes: Bezug zum
historischen Stadtgrundriss, zur Topographie, Umgang mit historischen Spuren,
Parzellen, Räumen und Gebäuden ... (4)
Städtebauliche Aspekte der Architektur: Architektur im städtebaulichen Kontext,
Stärkung einer lokalen Atmosphäre, Flexibilität und Variabilität, verträgliche
Dichte, Gebäudehöhen, Regelwerk ... (4)
Städtebauliche Organisation: Parzellenstruktur, Stadtbaustein/Einbettung bzw.
Stärkung des Quartiers, Qualität von privaten Freiräumen ... (5)
Qualität des öffentlichen Raums: Gestaltung, Zugänglichkeit,
Fußgängerfreundlichkeit, Vernetzung, Anbindung ÖPNV ... (3)
Angemessene Nutzungsmischung ... (3)
Ökologisches Konzept: baulich, Freiraum ... (3)
Soziale Dimension: Abbau sozialer Polarisierung, soziale Inklusion, Einbettung
unterschiedlicher sozialer Schichten/Milieus in das Quartier ... (0)
Wirtschaftlichkeit: sinnvoller Einsatz öffentlicher Mittel, langfristige private
Verwertbarkeit ... (4)
Qualität des Entwurfs-Prozesses: Öffentlichkeit, Wettbewerb, Charrettes/
Kooperative Verfahren, verhandelte Leistungen des Investors (so vorhanden) für
öffentliche Zwecke ... (4)