Ranking
Ebene der Stadtquartiere
Städtebauliche Mischnutzungs-Projekte auf Blockebene
Vorschlag, 10.12.05 (HB mit UW und HK, nach Diskussion am 09.12.)

+7 +6/ +5 +4 +3 +2 +1 0 -1 -2 -3 -4 -5 /-6 -7

Ein Vorschlag war, stattdessen - wie bei Stiftung Warentest - ein +System zu nehmen, also etwa +++, ++, +, 0, -, --, ---. Hier wäre ebenfalls in Ausnahmefälle zwei ++ möglich. Ein solches System würde die Scheingenauigkeit eines Ziffernsystems abschwächen. Ein weiterer Vorschlag war, statt von -5 bis +5 lieber von 0 bis 10 zu werten. Vielleicht können wir bei den o.g. Ziffern zu bleiben, wenn wir auf das Problem der Scheingenauigkeit und auf das Spektrum (0 = durchschnittlich) ausdrücklich hinweisen. Vorab müsste auch das Bewertungsschema erklärt werden. Ebenfalls das Ziel: besonders gute und besonders schlechte Beispiele herauszuarbeiten. Insgesamt sollte das Verfahren nicht zu kompliziert werden, damit es überhaupt praktiziert werden kann.

Das Bewertungsschema umfasst in der Regel die Noten +5 bis -7. In Ausnahmefällen werden jeweils zwei Punkt hinzu- bzw. abgezogen, wenn es sich um Referenzbeispiele handelt (erstes bzw. bedeutendstes Beispiel seiner Art hinsichtlich des Kriteriums oder auch negatives Extrembeispiel). Die folgenden Kriterien haben den gleichen Gewichtungsfaktor.

Konsens bestand darüber, das Feld insgesamt nochmals in Gruppen zusammenzufassen (z.B. Spitzengruppe, sehr gute Gruppe, gute Gruppe, schlechte Gruppe, sehr schlechte Gruppe, extrem schlechte Gruppe). In die Spitzengruppe werden diejenigen aufgenommen, die eine bestimmte Gesamtpunktezahl erreichen. Das ist aber nicht hinreichend. Wenn mindestens zwei Kriterien unter 0 liegen, werden die Beispiele „abgewertet“ und kommen in die zweite Gruppe. Konsens bestand weiter darüber, dass für einzelne Kriterien oder mehrere Kriterien jeweils eine feste Kleingruppe (wie viel Personen? drei?) zuständig sein sollte, um eine möglichst gleichwertige Behandlung der einzelnen Projekte zu erreichen. Diese Gruppe sollte wiederum professionell möglichst bunt sein.


(Neun) Kriterien

Auseinandersetzung mit dem städtebaulichen Bestand des Ortes: Bezug zum historischen Stadtgrundriss, zur Topographie, Umgang mit historischen Spuren, Parzellen, Räumen und Gebäuden ...

Städtebauliche Aspekte der Architektur: Architektur im städtebaulichen Kontext, Stärkung einer lokalen Atmosphäre, Flexibilität und Variabilität, verträgliche Dichte, Gebäudehöhen, Regelwerk ...

Städtebauliche Organisation: Parzellenstruktur, Stadtbaustein/Einbettung bzw. Stärkung des Quartiers, Qualität von privaten Freiräumen ...

Qualität des öffentlichen Raums: Gestaltung, Zugänglichkeit, Fußgängerfreundlichkeit, Vernetzung, Anbindung ÖPNV ...

Angemessene Nutzungsmischung

Ökologisches Konzept: baulich, Freiraum ...

Soziale Dimension: Abbau sozialer Polarisierung, soziale Inklusion, Einbettung unterschiedlicher sozialer Schichten/Milieus in das Quartier ...

Wirtschaftlichkeit: sinnvoller Einsatz öffentlicher Mittel (so vorhanden), langfristige private Verwertbarkeit ...

Qualität des Entwurfs-Prozesses: Öffentlichkeit, Wettbewerb, Charrettes/ Kooperative Verfahren, verhandelte Leistungen des Investors (so vorhanden) für öffentliche Zwecke ...

((Ökologisches Konzept und soziale Dimension sind natürlich in den vorherigen Kriterien auch angesprochen, sollten aber nochmals explizit bewertet werden))

Zu klären ist, ob diese Kriterien (die ja eigentlich Kriterienbündel sind) ausreichend bzw. zu viel sind und als einigermaßen gleichwertig angesehen werden. Oder ob sie anders gruppiert werden sollten. Konsens war, dass die „Unterkriterien“ (nach dem Doppelpunkt) nicht noch weiter gewichtet werden sollen, um eine gewisse Flexibilität bei der Bewertung zu ermöglichen. Konsens war auch, dass bei deutlichen Ausreißern nach unten eine kurze Erklärung angeboten werden sollte.

Gegenstand des Ranking ist nicht das geplante Projekt, sondern das gebaute Projekt. Höchstnoten (5) sollten nur wenig vergeben werden, Referenznoten (7) ganz, ganz selten. Wir brauchen eine nüchterne, Kriterien-bezogene Bewertungskultur, auch und gerade bei unseren „eigenen“ Projekten. Zu klären wäre, wie das Ranking-Verfahren aussehen könnte. M. E. sollte es eine kleine Gruppe geben, die jeweils rankt und dann eine gemeinsame Lösung findet. Wie diese Lösung gefunden werden kann, muss pragmatisch optimiert werden. Zur Gesamtnote sollte ein ganz kurzer qualifizierender Text erstellt werden. Ich denke, mindestens fünf solcher Bewertungen müssten vorliegen, bevor wir damit an die Öffentlichkeit gehen (was das Ziel ist). Jedes Projekt müsste mit einigen Bildern und Kerndaten ausgestattet werden. Die Kerndaten sollten Fläche, Anzahl der Wohnungen bzw. Funktionseinheiten, Kosten, Finanzierungsweg (Förderung, private Finanzierung etc.), Trägerschaft, Angaben zu den in der Planung beteiligten Planern, Architekten etc. sowie den Lageplan in der Stadt und den Plan des fertigen Objektes (Bebauung, Freiraum etc.) enthalten. Wenn Projekte unter besonders schwierigen Umständen (soziale, ökologische, wirtschaftliche) entwickelt wurden und nachweislich zur Problemlösung beigetragen haben, dann können Bonuspunkte vergeben werden.


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Versuch, das Ranking-Verfahren (Test-Verfahren durch eine Person, d.h. durch mich) auf das Projekt Tiergarten-Dreieck anzuwenden:


Projekt Tiergarten Dreieck

Hier müssen zuerst die Kerndaten des Projekts - vgl. oben - aufgeführt werden.

Ranking-Wert: 30 Punkte

Vorgeschlagen wurde, dass der folgende Text aufgelöst werden soll in 1.) eine kurze Gesamtwertung und 2.) kurze Sätze, die den jeweiligen Kriterien-Punkten zugeordnet werden. Das müsste einmal durchexerziert werden.

Das Projekt Tiergarten Dreieck ist ein überzeugendes Beispiel kritischer Rekonstruktion der Stadt in einem sehr schwierigen Umfeld, ein wichtiger, parzellen-orientierter Baustein zum Wiederaufbau des historisch durch Botschaften geprägten Stadtquartiers zwischen Kulturforum und Zoologischem Garten. Es integriert - mit Blick auf den Standort und dessen Geschichte - unterschiedliche „gehobene“ Nutzungen - vor allem teures Wohnen, Botschaften und politische Repräsentation. Die Einbettung gut verdienender Bewohner an dieser Stelle ist - als Alternative zum suburbanen Wohnen - begrüßenswert, auch wenn das Projekt zur etwas einseitigen Orientierung des gegenwärtigen innerstädtischen Wohnungsneubaus auf obere Mittelschichten/Oberschichten beiträgt. Mit der CDU-Zentrale hat dort eine Einrichtung von gesamtdeutscher Bedeutung Platz gefunden. Die Architektur ist vielfältig und hinsichtlich künftiger Entwicklungen flexibel, wenngleich die Gestaltung der Fassaden zum öffentlichen Raum im Detail und im Zusammenklang nicht an jeder Stelle gelungen erscheint. Die Trennung von privaten Räumen im Blockinneren und öffentlichen Räumen außen ist nicht völlig klar. Handelt es sich um Gassen und einen Platz im Blockinneren? Das ist nicht der Fall. Der beeindruckend gestaltete innere Garten (ohne Tiefgarage darunter) ist beschränkt zugänglich - was einerseits den Bezug der Bewohner und Beschäftigten zu diesem Garten einschränkt, andererseits bisweilen den Vorwurf einer „Gated Community“ zur Folge hat - ein Vorwurf, der völlig über das Ziel hinausschießt und das Phänomen Gated Community nicht verstanden hat. Blockinnenbereiche - im Rahmen des Spektrums überkommener Block-Größen - sind in der Regel nicht öffentlich zugänglich - ein bewährtes Prinzip des europäischen Städtebaus. Ein großes Problem ist und bleibt - trotz eines Umbaus des Profils (Abfolge von Fahrbahnen und Trennstreifen/Fußwegen) in Richtung stadtverträgliche Hauptstraße - die Klingelhöferstraße - eine stadtunverträgliche Barriere, die nahezu ausschließlich dem Autotransitverkehr dient. Vor diesem Hintergrund gelang es auch nicht, entlang dieser Straße in den Erdgeschosszonen attraktive städtische Nutzungen unterzubringen. Ähnliches gilt für die übrigen Straßenfronten. Allerdings ist die Gestaltung des öffentlichen Raums entlang des Kanals sehr gelungen. Das Projekt Tiergarten Dreieck ist das Ergebnis eines breit angelegten Workshop-Verfahrens, an dem private und öffentliche Akteure beteiligt waren. Es war ein privates Developer-Projekt, das von vorneherein auf ein privates Parzelleneigentum orientiert war. Die Maßnahmen im öffentlichen Raum wurden durch die öffentliche Hand finanziert. Das Projekt war - angesichts der schwierigen Lage in Berlin - für den Investor wirtschaftlich ein Erfolg.



Ranking im Detail:

(Neun) Kriterien

Auseinandersetzung mit dem städtebaulichen Bestand des Ortes: Bezug zum historischen Stadtgrundriss, zur Topographie, Umgang mit historischen Spuren, Parzellen, Räumen und Gebäuden ... (4)

Städtebauliche Aspekte der Architektur: Architektur im städtebaulichen Kontext, Stärkung einer lokalen Atmosphäre, Flexibilität und Variabilität, verträgliche Dichte, Gebäudehöhen, Regelwerk ... (4)

Städtebauliche Organisation: Parzellenstruktur, Stadtbaustein/Einbettung bzw. Stärkung des Quartiers, Qualität von privaten Freiräumen ... (5)

Qualität des öffentlichen Raums: Gestaltung, Zugänglichkeit, Fußgängerfreundlichkeit, Vernetzung, Anbindung ÖPNV ... (3)

Angemessene Nutzungsmischung ... (3)

Ökologisches Konzept: baulich, Freiraum ... (3)

Soziale Dimension: Abbau sozialer Polarisierung, soziale Inklusion, Einbettung unterschiedlicher sozialer Schichten/Milieus in das Quartier ... (0)

Wirtschaftlichkeit: sinnvoller Einsatz öffentlicher Mittel, langfristige private Verwertbarkeit ... (4)

Qualität des Entwurfs-Prozesses: Öffentlichkeit, Wettbewerb, Charrettes/ Kooperative Verfahren, verhandelte Leistungen des Investors (so vorhanden) für öffentliche Zwecke ... (4)

 

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Charta C.E.U.-Deutschland (Teil 2)

Ranking
Ebene der Stadtquartiere

Das Tiergarten Dreieck diskutiert

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