Uwe Altrock
1. Eines Freitags in Tangermünde
Die CEU-Programmdiskussion, die anhand von Lieblingsprojekten, vermeintlich oder
hoffentlich Referenzprojekten, letztens in Tangermünde geführt wurde, hat
erstaunliches zutage gebracht. Die Idee von Harald Bodenschatz, die Beteiligten
durch Nennung von Projekten zu zwingen, ihre Vorstellungen offen zu legen, ist
voll aufgegangen: Eine disparate Vielfalt von Nennungen hat deutlich gemacht,
wie heterogen die Runde wirklich war, die sich da zusammengefunden hat. In
Konsequenz ist man versucht, entweder den Kern des Gemeinsamen sehr scharf und
eng zu fassen – das wird aber unerfreulich und bei aller Integrativität
vermutlich ohne große gesellschaftspolitische Wirkung sein. Oder
unterschiedliche Vorstellungen leben nebeneinander her – dann wird aber das
Profil von CEU völlig unklar, und die Organisation ist handlungsunfähig, weil
sie ihre eigenen Ziele nicht hinreichend benennen kann. Oder man entscheidet
sich für einen dritten Weg, den wahrscheinlich Harald insgeheim ein wenig im
Schilde führte, nämlich einen Prozess des institutionellen Lernens, bei dem die
gegenseitige Verständigung und Diskussion der Beteiligten dazu führt, dass man
sich auf einen ansehnlichen Kern gemeinsamer Vorstellungen einigt und dabei
andere individuelle Vorlieben wohl oder übel zurückstellt.
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