Dommitzsch, 30. Juni 2007
Projekt -
hier >>>
vollständig als PDF
Sicherung grundzentraler Funktionen und Infrastrukturen im ländlichen Raum durch
Funktionsteilung und Städtekooperation im Rahmen des Städtebundes Dübener Heide
Teil 2: Endbericht
Auftraggeber: Stadtverwaltung Dommitzsch, Markt 1, 04880 Dommitzsch
Auftragnehmer:
Dr. Harald Kegler, Labor für Regionalplanung
Ferropolisstr. 1, 06773 Gräfenhainichen, www.dr-kegler.de
Mitarbeiterinnen:
Dipl. Geogr. Nicole von Nießen
Dipl. Geogr. Chritiana Mühlner
Gliederung
1. Einleitung
2. Zusammenfassung der Analyse und Methode
3. Das grundzentrale Kooperation- und Kompensationsmodell
4. Das Leitprojekt 1 in Dommitzsch: „Mehrgenerationenhaus“
5. Die Strategie der stadt-regionalen Ressourcenwirtschaft
6. Das Leitprojekt 2 in Dommitzsch: lokale Energieautarkie
7. Die neue Kooperation im Städtebund Dübener Heide
8. Das Handlungsprogramm: Prozess und Projekte
9. Ein Ausblick
10. Anhang
1. Einleitung
Im Zentrum des Projektes grundzentrale Funktionen im Städtebund Dübener Heide
steht die Stadt Dommitzsch. Dabei soll ein Beitrag geleistet werden zur
Sicherung und Weiterentwicklung des grundzentralen Status’. Durch eine neue
Qualität der Kooperation im Städtebund Dübener Heide und durch kreative Projekte
in Dommitzsch wird beabsichtigt, Verlusten von grundzentralen Funktionen
kompensierend entgegen zu wirken. Doch nicht nur die Anpassung an unabwendbare
Tendenzen, die sich aus dem demografischen Wandel, der Situation auf dem
Arbeitsmarkt und Folgen des Klimawandels ergeben, steht im Zentrum der
Betrachtung. Es geht zugleich um die Entwicklung eines Zukunftsmodells, das eine
aktive Entwicklungspolitik in Dommitzsch und im Städtebund Dübener Heide
eröffnet und damit die Region in neuer Weise attraktiv macht: Eine kooperative
Autarkie.
Sie soll – so der im Rahmen des Projektes zu entwickelnde Vorschlag – Dommitzsch
als ein Modellfall herausgearbeitet werden und mit konkreten Projekten zur
Umsetzung dieser Rolle untersetzt werden. Ausgehend davon, werden dann die
Übertragbarkeit auf den Städtebund und das daraus abzuleitende
Kooperationsmodell dargestellt. Im Kern geht es um die Sicherung der
grundzentralen Funktionen für die Stadt Dommitzsch unter den neuen Bedingungen
des demografischen Wandels und der Zukunft der Sicherung einer Daseinsvorsorge
im ländlichen Raum. Der Städtebund Dübener Heide insgesamt. steht exemplarisch
für die sich abzeichnenden Wandlungen und für Möglichkeiten, darauf
verantwortungsbewusst zu reagieren und mit innovativen Vorhaben
zukunftsorientiert zu agieren. Die Stadt Dommitzsch versteht sich dabei als eine
Initiativkommune. Aus diesem Grund wurde in dieser Untersuchung
umsetzungsorientierten Projekten ein besonderer Stellenwert eingeräumt – mit dem
Leitprojekt Mehrgenerationenhaus (MGH). Dieser Ansatz folgt einem übergreifenden
Modell zur Weiterentwicklung des Zentrale Ortes Konzeptes auf grundzentraler
Ebene, dessen eine Seite konkrete, strategisch angelegte Projekte sind. Deren
andere Seite die „Neue Pretzscher Erklärung“ ist, die einen neuen Horizont der
informellen, länderübergreifenden Kooperation im Städtebund absteckt und mit dem
Abschluss dieses Projektes von den Bürgermeistern des Städtebundes unterzeichnet
worden ist.
Dieses Untersuchungs-Projekt gliedert sich in zwei Teile:
Der Teil 1 umfasst die Analysen, die methodischen Grundlagen und den
konzeptionellen Rahmen. Dieser Teil liegt gesondert beim Auftraggeber vor.
Der Teil 2 rückt – auf den Grundlagen und Analysen fußend - das regionale
Kooperationsmodell, die Betrachtung der grundzentralen Funktionen, die
Leitprojekte und das Handlungsprogramm in den Mittelpunkt.
Die Bearbeitung erfolgte unter strikter und intensiver Beteiligung der lokalen
und regionalen Akteure, vor allem des Städtebundes Dübener Heide selbst, aber
auch des Regionalmanagements, der Landkreise, der Regionalen
Planungsgemeinschaften und natürlich der Projektinteressierten aus Dommitzsch.
2. Zusammenfassung der Analyse und Methode
Die Analyse der grundzentralen Strukturen im Städtebund Dübener Heide und
besonders in Dommitzsch hat in der Bewertung ergeben, dass
die Einwohnerrichtzahlen der betreffenden Kommunen tendenziell unter denen der
raumordnerischen Vorgaben liegen, was einem allgemeinen Trend der
Einwohnerentwicklung entsprecht – die Kurorte verzeichnen einen leichten
Einwohnerzuwachs;
die Ausstattung mit Funktionen nach dem raumordnerischen Kriterien zu einem
überwiegenden teil gegeben ist, jedoch im Bildungsbereich strukturelle Mängel im
Bereich der Schulen (in Dommitzsch Mittelschule) gegeben ist, worauf die
Regionalplanung und die Kommunen kaum Einfluss haben;
über die festgelegten Kriterien grundzentraler Ausstattung hinausgehend viele
Kommunen über andere Funktionen verfügen, die z. T. Defizite kompensieren (z. B.
die Kurorte);
der öffentlichen Nahverkehr weiter eingeschränkt wird (z. B. Stilllegung der
Eisenbahnverbindung Lutherstadt Wittenberg nach Bad Schmiedeberg), jedoch andere
Kommunikationsformen deutlich zunehmen (Internetanschlüsse);
die kleinen Gemeinden im Umfeld der (jetzigen) Grundzentren verstärkt von den
Abwanderung, Überalterung und Verlust elementarer Funktionen betroffen sind,
andererseits aber sich z. T. als gute Wohnstandorte für Angehörige der mobilen
Mittelklasse entwickeln;
die Grundzentren übernehmen insofern zunehmend die Rolle von Ankern für die
Sicherung der Daseinsvorsorge der älter werdenden ländlichen Bevölkerung;
sie können aber auch, so jedenfalls lassen sich die Potenziale einer kreativen
Nutzung der vorhandenen Ressourcen deuten, zu Magneten für neue, spezielle
Bewohnergruppen werden (z. B. für junge, qualifizierte Frauen);
strategisch gesehen dürften jedoch die Grundzentren, so eine Ableitung aus der
Analyse, über die rein funktionale Bedeutung hinausgehend eine wachsende
Bedeutung bei der dezentralen Sicherung und Reproduktion der regionalen
Ressourcen – im komplexen Sinne – im ländlichen Raum spielen, was sowohl die
natürlichen, aber auch die sozial-kulturellen und die
technisch-infrastrukturellen Ressourcen betrifft;
Die Analyse und Bewertung der grundzentralen Strukturen und der Ressourcen (z.
B. Stadtwald) sowie der von Vergleichen mit Entwicklungen in anderen Regionen
(Literaturrecherche) erbrachte folgenden methodischen Ansatz für die Frage nach
einer Sicherung grundzentraler Funktionen. Diese erfolgt
1. über eine Kombination aus Kooperation und Kompensation (Kapitel 3-
Hauptteil),
2. durch eine Verknüpfung von ausstrahlenden Leitprojekten und langfristigen
Strategien (Kapitel 4, 5, und 6) sowie
3. entlang eines längerfristigen, offenen ressourcenbasierten Handlungsprogramms
– auf den Ebenen Kommune, Region und Europa (Kapitel7, 8 und 9).
3. Das grundzentrale Kooperations- und Kompensationsmodell
Grundlagen
„Zur Verwirklichung einer länderübergreifenden abgestimmten Regionalentwicklung
ist der Aktionsraum Dübener Heide mit dem Städtebund Dübener Heide
weiterzuentwickeln.“ (Grundsatz 3.2.2 – Regionalplan Westsachsen, S. 17)
Dieser Grundsatz der Regionalplanung umreißt die Notwendigkeit, in dem
peripheren ländlichen Raum der Dübener Heide mit entwicklungspolitischer und
besonderer touristischer Bedeutung, nicht nur sichernd oder fortschreibend
sondern zugleich offensiv und qualitativ fortschreitend zu wirken. Um diesem
Grundsatz zu genügen und den länderübergreifenden Raum insgesamt
weiterentwickeln zu können, müssen die grundzentralen Strukturen als
Ausgangsbasen dieses Prozesses betrachtet werden:
Überprüfung der Kriterienerfüllung eines Grundzentrums für die Stadt
Dommitzsch;
Abgleich der Funktionsdefizite der Stadt Dommitzsch - innerhalb der Stadt und
im Städtebund, auf der Basis einer Erfassung der grundzentralen Funktionen im
Städtebund;
Ermittlung der Erreichbarkeitsdefizite und Darstellung von
Kompensationsmöglichkeiten;
Ableitung einer Projektstruktur zur Kompensation von grundzentralen Defiziten,
aber auch zur Weiterentwicklung der Kooperationsqualität, der Steigerung der
regionalen Attraktivität und zur zukunftsorientierten Sicherung der
Daseinsvorsorge;
Entwicklung eines umsetzbaren Leitprojektes in Dommitzsch, das als Modell für
weitere Projekte und für eine integrierte Entwicklung fungieren kann: das
Mehrgenerationenhaus Dommitzsch.
Das Kooperations- und Kompensationsmodell für die Sicherung und
Weiterentwicklung der grundzentralen Strukturen folgt Theorien der
Selbstähnlichkeit bzw. des Gleichgewichtes chaotischer Systeme. Die Hierarchie
der zentralörtlichen Gliederung stellt in der Abfolge der Ebenen Oberzentrum,
Mittelzentrum und Grundzentrum eine Gliederung unterschiedlicher
Komplexitätsgrade dar. Doch das Leben ist nicht einfach hierarchisch, weswegen
starre Strukturen in einfacher Hierarchie zwar als raumordnerisches Prinzip
nützlich sind, aber für eine Ausgestaltung von regionalen Kooperationsprozessen
nicht ausreichen.
Die Verflechtungen zwischen den Kommunen sind vielfältiger, ändern sich im Laufe
der Zeit und lassen sich nur bedingt planerisch festlegen. Andererseits stellt
der Status eines Grundzentrums auch einen Standortfaktor für Marktakteure dar,
die ganz wesentlich zur funktionalen Vielfalt und Stabilität der Region
beitragen. Vor allem dürfen keine räumlichen „Lücken“ in der Region entstehen,
die von Einzugsbereichen dieser Grundzentren nicht mehr erreicht werden, also
abgekoppelte Bereiche entstehen. Dieser Einzugsbereich kann mit dem 30
Minuten-Abstand oder 10 km-Radius – bezogen auf Busfahrzeiten - umrissen werden
(Grenze des Erreichbarkeitsdefizits in der Regionalplanung).
Die folgende Abbildung verdeutlicht – abstrahiert – diesen Ansatz:
(Abb. in: Alexander, S. 131)
Die einzelnen Ziffern stehen symbolisch für bestimmte grundzentrale Funktionen.
Jede Kommune verfügt über eine bestimmte Anzahl an Funktionen, die sich z. T.
gleichen, aber auch unterscheiden. Im Zusammenspiel auf der regionalen Ebene
gleichen sie sich aus und ergeben einen vielfältigen Lebens.- und
Wirtschaftsraum.
Konzeption
Für die Stadt Dommitzsch ergab eine Analyse der Funktionsausstattung die in der
folgenden Tabelle dargestellte Situation. Die vorhandenen Defizite können sowohl
durch Kooperation als auch durch Kompensation auf lokaler oder regionaler Ebene
kompensiert werden:
Im Zentrum der Betrachtung stehen dabei die sog. „zwingenden Kriterien“ (A) und
„überwiegend zu erreichender Kritierien“ (B), die ein Grundzentrum
charakterisieren. Im Wesentlichen sind es zwei Defizite, die zu kompensieren
sind: teilweise Fachärzte und die Mittelschule. das Fachärztedefizit kann für
Dommitzsch im Rahmen der grundzentralen Kooperation im Städtebund und mit dem
Mittelzentrum Torgau ausgeglichen werden, ohne, dass der grundzentrale Status
aufgegeben werden müsste. Für die Mittelschule ist dies schwieriger. Diese kann
nur teilweise durch neue Freizeitangebote in dem MGH kompensiert werden (im
außerschulischen Bereich) – die eigentliche Funktion wird in Torgau wahrgenommen
werden müssen.
A - Erfüllung zwingender Kriterien der Regionalplanung für grundzentrale
Funktionen:
Funktion Anforderung Sachlage in Dommitzsch Potentielle Kompensation/
Kooperation
Versorgungs-
und Dienst-leistungszentrum Verwaltungssitz Verwaltungssitz der
Ver-waltungsgemeinschaft Dommitzsch (inkl. Trossin, Elsnig)
Grundschule 1 Grundschule
weiterführende Schule 1 Mittelschule (bis 07/07) Projekt MGH, strategische
Städtebundaufgabe: Kooperation mit Bad Schmiedeberg, partielle Kooperation mit
Torgau
qualifizierte medizinische Versorgung Landambulatorium: 3 All-gemeinmediziner, 2
Zahn-ärzte, 1 Apotheke, 2 Physio-therapien Städtebundaufgabe
„Fachärzte-Austausch“
Altenpflegeeinrichtung Altenpflegeheim „Haus am Stadtpark“
(ASB-Alten-pflegeheim)
Jugendfreizeitstätten 1 Jugendclub
qualifizierte Einzel-handelsversorgung Supermärkte und Fach-geschäfte (siehe
„Branchenverteilung in Dommitzsch“)
Sparkasse/Bank Raiffeisenbank Torgau eG, Sparkasse Leipzig
Sonstige Einrichtungen Bibliothek, Heimatmuseum, Waldbad inkl. Campingplatz,
übergemeindlicher Verflechtungs-bereich Mitgliedschaft in
Verwaltungsgemeinschaften/ -verbänden Verwaltungssitz der
Ver-waltungsgemeinschaft Dommitzsch (inkl. Trossin, Elsnig)
Bestimmung Beschäfti-gungs-/Pendlereinzugs-bereich Dommitzsch, Trossin, Elsnig
Einzugsbereiche Schulen Dommitzsch, Trossin, Elsnig (ohne Mockritz, Döbern)
Versorgungsbereiche Handel, medizinische Versorgung, Kultur Dommitzsch, Trossin,
teilweise Elsnig Städtebundaufgabe „Fachärzte-Austausch“
Zusammenfassende Abgrenzung von Verflechtungsbereichen Trossin, teilweise Elsnig
Ergänzung der Ober- und Mittelzentren Beitrag potentieller
Grundzentren zum Ab-
bau von Erreichbarkeits-
defiziten in ihrem Ver-
flechtungsbereich 6 Gemeindeteile mit 1765 EW (2003) (Trossin, Dahlenberg,
Falkenberg, Roitzsch, Polbitz, Mahlitzsch) – 30’-Radius ergänzend auch für
Prettin in Sachsen-Anhalt
Quelle: Daten des Statistischen Landesamtes des Freistaates Sachsen –
Gemeindestatistik, Einzelfallprüfung zur Ausweisung von Grundzentren ... Büro
Usbeck, Angaben der Stadtverwaltung Dommitzsch, MDV-Fahrplan 2006/2007,
Eigenberechnungen und -begehungen
B Erfüllung überwiegend zu erreichender Kriterien:
Kriterium Anforderung Sachlage in Dommitzsch Potentieller Ausgleich
Einwohner im Verflechtungsbereich Ländlicher Raum: 7000 EW, davon 3000 EW im ZO
Dommitzsch:
3042 EW (31.12.2005)
2987 EW (30.11.2006) 5381 EW/5318 EW im Verflechtungsbereich (Dommitzsch,
Trossin – 1501 EW/1493 EW, tw. Elsnig – 1676/2 bzw. 1675/2) Vergleich Bad
Schmiedeberg: 4165 EW (30.06.2006), Verwaltungsgemeinschaft Kurregion
Elbe-Heide-land 10160 EW, Erweite- rung auf Städtebund – stabiler grundzentraler
Verflechtungsbereich mit Stadtbevölkerung* von 32662 EW
Arbeitsplatzangebot 250 sv-pflichtige Arbeitsplätze/1000 EW in Gemeinde oder:
234 sv-pflichtige Arbeitsplätze/1000 EW in Gemeinde (31.12.2005) Initiieren von
Arbeitsplätzen durch Projektförderung
Ländlicher Raum: mehr als 1000 sv-pflichtige Arbeitsplätze in Gemeinde 711
sv-pflichtige Arbeitsplätze in Gemeinde (31.12.2005) Initiieren von
Arbeitsplätzen durch Projektförderung, Verbesserung Standortbed. durch günstige
Energie
ÖPNV- Erreichbarkeitsdefizite ÖPNV-Anbindung aus Ortsteilen in 30 Minuten an
Mittel-/Oberzentren nicht gegeben; Anschlussqualität auf Berufs-/Schülerverkehr
ausgerichtet; Erreichbarkeit Mittel-/Oberzentren nur mit mehrmaligem Umsteigen 8
Gemeindeteile mit 1917 EW (2003) (Trossin, Dahlenberg, Falkenberg, Roitzsch,
Döbern, Mockritz, Polbitz, Waldsiedlung)
Anmerkung: Schülerverkehr nach SA (Schwimmbad Prettin) Verbesserung durch
„Ringverkehr“ – Zusatzangebote auch für Touristen, Kurgäste und Jugend
ÖPNV-Knotenpunkt ÖPNV-Verknüpfungspunkte des MDV Bedienung durch 3 Bus-Linien
des ÖPNV (siehe Fahrpläne), aber nur 1 Linie (759) verkehrt mind. im 2
Stunden-Takt Aufstockung der Linie 782 von 7 auf 8 Fahrtenpaare
Quelle: Daten des Statistischen Landesamtes des Freistaates Sachsen –
Gemeindestatistik, Einzelfallprüfung zur Ausweisung von Grundzentren ... Büro
Usbeck, Angaben der Stadtverwaltung Dommitzsch, MDV-Fahrplan 2006/2007,
Eigenberechnungen und – regehungen, Statistisches Landesamt Sachsen-Anhalt:
Gebietsinformationen unter http://www.stala.sachsen-anhalt.de
* Bad Düben: 8127 (30.11.2006), Bad Schmiedeberg: 4165 (30.06.2006), Prettin:
2063 (30.06.2006), Dommitzsch: 2987 (30.11.2006), Pretzsch: 1617 (30.06.2006),
Kemberg: 4922 (30.06.2006), Gräfenhainichen: 8181 (30.06.2006)
Defizit-Kompensations-Liste Dommitzsch (Vorschläge)
Defizite Kompensationsfelder/Projektansätze
Sinkende Einwohnerzahlen – negative Entwicklung der Altersstruktur – zu wenig
Einwohner im Verflechtungsbereich Steigerung städtischer Attraktivität
(Bereiche: Wohnen, Arbeiten, Bildung, Freizeit-Vereinstätigkeit, medizinische
Versorgung), flächendeckende Erschließung mit Internet-Breitbandanschlüssen
(DSL), Altenheim, (Eingemeindung?)
Lage an der Elbe – Begrenzung Verflechtungsbereich „Elbe als Bindeglied“
gemeinsamer Raum mit Elbe im Zentrum - Elbüberschreitende Projekte – Kooperation
mit Prettin (Schwimmbadnutzung etc.), „Elbpark“ – Ausweisung Themenpark, z.B.
Areal für „Sportpark“
Geringes Arbeitsplatzangebot Gewerbeansiedlung, Mehrgenerationenhaus,
überregionaler Feuerwehrstützpunkt, Bürger-engagement in den Bereichen:
regenerative Energien, „Bildungsviertel“ - Energieberatung – Nachnutzung
Potential Mittelschule, Ausbau der Teiglingswerke – Stärkung der
Standortvorteile durch niedrige Energiepreise bei einer Umstellung auf
Erneuerbare Energien aus der Region
Kriterium „ÖPNV-Knotenpunkt“ noch nicht erreicht Aufstockung Linien-Fahrten,
Reaktivierung der Bahnstrecke Torgau-Wittenberg (Prüfen!), Fahrdienste –
Mitfahrzentrale – oder:“Bus-Ringverkehr“ mit Anschluss nach Torgau
Verlust der Mittelschule Kooperation mit dem Schulungs- und Referenzzentrum der
Landespolizeidirektion Zentrale Dienste, Überlegungen zum Teilstandort für
Volkshochschule, „Bildungsviertel“ – Nachnutzung Potential Mittelschule,
Übernahme der Funktion eines Grundzentrums mit Teilfunktionen eines
Mittelzentrums durch Groß- und Kleinspielfelder mit Zuschauerplätzen,
ausbaufähige Schulsportanlage inkl. Leichtathletikmöglichkeiten, Sporthalle,
Bowlingbahn
Fachärztemangel Zusammenarbeit im Städtebund – Bad Düben, Bad Schmiedeberg
(Torgau auch mgl.) – Idee: „Fachärzte-Austausch“
Quelle: Angaben der Stadtverwaltung Dommitzsch, Eigenberechnungen und
–begehungen, www.dommitzsch.de
Da sich diese Funktionen in den Kommunen des Städtebundes Dübener Heide in der
Regel auf die historischen Zentren und nur Ausnahmefällen auf Randbereiche
beziehen, aber fast nie in der Fläche der Dübener Heide anzutreffen sind,
vollzieht sich die Kooperation über die Stadtzentren, also als „intrakommunale
Zentren“ (Blotevogel, S. 251). Damit ist eine besondere Qualität der Dübener
Heide benannt: Sie ist kaum zersiedelt und weist eine klare dezentrale Struktur
auf, die zudem am Rand des „grünen Herzens“ der Dübener Heide gelegen ist.
Ein Vergleich der grundzentralen Ausstattungen der Mitgliedskommunen im
Städtebund Dübener Heide zeigt, dass Dommitzsch einen relativ hohen Grad an
funktionaler Ausstattung besitzt. Die größeren Orte, Bad Düben, Bad Schmiedeberg
und Gräfenhainichen sind hinsichtlich der Bildungsfunktionen (Gymnasien) und
bzgl. spezieller Gesundheits- und Freizeitangebote als Kurorte bzw. als Ort der
„Stadt aus Eisen“ (Ferropolis) besser ausgestattet und übernehmen damit auch z.
T. überregionale Aufgaben. Hinsichtlich der alltäglichen Versorgung und des
Angebotes von Beschäftigungs- und Dienstleistungsfunktionen steht Dommitzsch den
anderen Grundzentren kaum nach. Die anderen drei Mitgliedskommunen zeichnen sich
durch eine Reihe von speziellen Angeboten aus, die sie in den regionalen
Funktionsverbund der Dübener Heide einbringen. Neben Dienstleistungsangeboten
sind dies ergänzende Angebote im Bildungs- und medizinischen Sektor. Eine
räumlich-funktional enge Verflechtung mit einem hohen Grad an
Überschneidungsmöglichkeiten gibt es im Bereich der vier elbnahen Kommunen
(Dommitzsch, Bad Schmiedeberg, Pretzsch und Prettin). Dieser Raum bietet – im
Vergleich des gesamten Städtebundes – die meisten Ressourcen und
Kooperationsmöglichkeiten, allein auf Grund der räumlichen Nähe. Bisher stellte
jedoch die Elbe eine Barriere dar bei der Anbindung der Stadt Prettin. Hier sind
neue Möglichkeiten einer besseren funktionalen Verknüpfung zu erschließen.
Räumlich gesehen, würde jene Lücke in der Region entstehen, wenn in Dommitzsch
nicht mehr ein grundzentraler Funktionsmix vorhanden wäre und somit eine
ausgewogene regionale Entwicklung nur noch eingeschränkt ermöglichen würde:
Die Kreise markieren die 10 km-Radien. Die grundzentralen Ausstattungsgrade der
größeren Kommunen im Städtebund* sind generalisiert dargestellt und vermitteln
grundsätzliche Kompensationsmöglichkeiten innerhalb des Städtebundes. Dommitzsch
erfüllt eine wichtige Rolle innerhalb des Städtebundes. Bad Schmiedeberg ist als
unmittelbarer Kooperationspartner gut ausgestattet, womit gewisse Defizite in
Dommitzsch ausgeglichen werden können.
*Gräfenhainichen erscheint bzgl. der Dienstleistungsfunktionen sehr defizitär
ausgestattet, was jedoch nur durch das hier erfolgte Ausblenden der
touristischen Dienstleistungen so auffällt.
Um diesem eher abstrakten Gebilde einer grundzentralen Zusammenarbeit einen
räumlich konkreten, gestalterischen Ausdruck zu verleihen, der auch von
Bewohnern und Besuchern wahrgenommen werden kann, wird hier vorgeschlagen, die
Verflechtungsbeziehungen durch die Entwicklung von drei Parklandschaften zu
untersetzen, ja eigentlich zu einer neuen Qualität zu führen:
„Der Elbauen-Landschaftspark“ – zwischen Dommitzsch, Bad Schmiedeberg, Pretzsch
und Prettin, in dessen „Zentrum“ die Elbe liegt. Das Thema wäre: Städte am
Wasser. Mit dieser strategischen „Brücke“ kann auch der Bau einer realen Brücke
über die Elbe thematisiert werden.
„Der gemeinsame Kurpark“ – eine Brücke zwischen den unmittelbaren Parken der
Kurzstädte als eine landschaftliche und funktionale Brücke über die Dübener
Heide. Das Thema wäre: Kurstädte als Nachbarn.
„Der Ferropolis-Park“ – ein neuer Raum um die ehemaligen Tagebaue mit dem
Zentrum Ferropiolis. das Thema wäre: Eine neue Landschaft als Wirtschafts- und
Kulturraum (das „Wörlitz des 21. Jahrhunderts).
(Darstellung der Parke schematisch)
Die Parke verstehen sich mehr als „nur“ als schöne Landschaften. Sie knüpfen an
die bereits vorhandenen Gegebenheiten an, die ja bereits eine Vielzahl
hervorragender, z. T. noch verborgener Schätze in sich bergen. Sie betonen und
verknüpfen diese. Sie verbinden diese landschaftlichen Schönheiten aber auch mit
touristischen und sportlichen Infrastrukturen, mit einer Aufwertung der Dörfer
und Wegeverbindungen, mit der Integration der Land- und Forstwirtschaft als
„eigentlichen Gestaltern“ der Landschaft, sowie mit neuen wirtschaftlichen
Ansiedlungen oder Umnutzungen.
Projekte als Initiatoren:
Projekte dienen der konkreten Sichtbarmachung von Kooperation und fungieren
zugleich als Initiatoren für die Weiterentwicklung der regionalen Kooperation.
Sie müssen aber eingebunden sein in ein „Korsett“ von Rahmensetzungen, Zielen,
Kooperationsstrukturen und Regeln der Umsetzung. Mit dem Städtebund Dübener
Heide, der „Neuen Pretzscher Erklärung“ und den Leit- bzw. prioritären
Maßnahmen, die sich aus den ILEKs ergeben, sind erste Rahmen gesetzt. Daran muss
natürlich weiter gearbeitet werden. (siehe Kapitel 4.)
In den vergangenen Jahren wurden bereits eine Reihe von Projekten begonnen bzw.
Projektideen geboren. Daran soll bewusst angeknüpft werden. (siehe Teil 1).
Ausgehend von den (auf der Basis lokaler/regionaler Ressourcenbetrachtung)
identifizierten Themenclustern
Themencluster 1: regenerative Energie und regionale Autarkie – Erschließung der
energetischen Ressourcen der Region für regionale Kreisläufe; Ort: Stadtwald,
Polizeischule und „Bildungsviertel“ in Dommitzsch
Themencluster 2: integrative Mehrgenerationen-Bildung, verbunden mit dem Umbau
der Energieversorgung; Ort: „Bildungsviertel“ in Dommitzsch
Themencluster 3: integrative Gesundheits- und Kommunikationsdienste, verbunden
mit dem Auf- und Ausbau von Dienstleistungsketten; Ort: „Landambulatorium“ in
Dommitzsch
wurde im Beteiligungsprozess folgendes Spektrum an Initialprojekten für die
Themencluster 1 und 2 herausgearbeitet:
(Nummerierung der Projekte wurde für den ILEK-Antrag gewählt)
Projekt 1 – Themencluster 2
1. Titel:
Mehrgenerationenquartier in Dommitzsch – Leitprojekt (bereits eingeleitet)
2. Träger:
ASB/Stadt Dommitzsch
3. Inhalt:
Das Ziel ist es, die Umnutzung und Weiterentwicklung des Quartiers um die leer
stehende Mittelschule mit einem Mehrgenerationenhaus, einer Bürgerakademie,
verschiedenen Diensleistungsangeboten für unterschiedliche Generationen sowie
als regionaler Anlaufpunkt für Menschen unterschiedlichen Alters vorzunehmen. Im
Zentrum soll ein „Garten der Generationen“ alle Einrichtungen verbinden. Im
Quartier wird die Versorgung durch regenerative Energie gesichert.
Projekt 2 – Themencluster 1
1. Titel:
Lokale/regionale Energieautonomie – Leitprojekt (bereits eingeleitet)
2. Träger:
Stadt Dommitzsch/Städtebund Dübner Heide
3. Inhalt:
Die Stadt Dommitzsch und der Städtebund Dübener Heide streben an, in einem
Zeitraum von 15 bis 20 Jahren den Übergang zur lokalen/regionalen
Selbstversorgung mit Energie zu vollziehen. Dies geschieht als Teil eines
Programms regionaler Wertschöpfung und Ressourcennutzung im Sinne nachhaltiger
Entwicklung.
Projekt 3
1. Titel:
Neue touristische Angebote am Elbe-Radweg – durch Aktivierung nicht genutzter
Anlagen
2. Träger:
Stadt Dommitzsch in Kooperation mit Eigentümern von bisher nicht touristisch
genutzten Anlagen – erste Stufe: stillgelegte Eisenbahnstrecke für
Draisinenverkehr, dann Übergabe mit dem Ziel, den Betrieb zu kommerzialisieren
3. Inhalt:
Die stillgelegte Eisenbahnstrecke Torgau – Bad Schmiedeberg soll bis zu einer
Wiederaufnahme eines regulären Bahnbetriebs durch Draisinenverkehr für
touristische Zwecke nutzbar gemacht werden. Die Draisinen sollen zur Mitführung
von Fahrrädern ausgelegt werden, um ein zusätzliches Angebot für die Nutzer des
Elbe-Radweges zu schaffen - nach evtl. Wiederaufnahme eines regulären
Bahnverkehrs wird der Draisinenverkehr gegen den Bahnverkehr getauscht und die
Draisine an anderen Streckenabschnitten (z. B. zum Bunker Kossa) eingesetzt.
Projekt 4 – Bezug zum Themencluster 1
1. Titel:
Elb-Auen Landschaftspark (Brücke zwischen Elbauen und Dübener Heide)
2. Träger:
Elb-Anrainer-Kommunen Dommitzsch, Prettin, Pretzsch (Regie) sowie regionale
Landwirte und Unternehmen (Gastronomen, Hoteliers, Freizeitsportanbieter,
Händler), Naturschutzinitiativen, Ziel: Bildung einer Trägerorganisation
3. Inhalt:
Beiderseits der Elbe werden die Gebiete um die Städte Dommitzsch, Prettin und
Pretzsch zu einem Landschaftspark entwickelt, in welchem landwirtschaftliche
Nutzung, Hochwasserschutz, Naturschutz, Gewerbe und touristische Nutzung sowie
landschaftskünstlerische Gestaltung eine neue Synthese eingehen und damit diesem
Abschnitt der Elbe und den Anrainerorten ein besonderes Gepräge zu geben und
zugleich eine „Brücke“ zwischen Dübener Heide und der Elbauenlandschaft zu
schaffen.
Projekt 5 – Bezug zum Themencluster 2
1. Titel:
Jugend und Wirtschaft
2. Träger:
Unternehmen in Dommitzsch und im Städtebund
3. Inhalt:
Im Zentrum steht die Heranführung der regionalen Jugend an eine
Wirtschaftstätigkeit durch Verbindung von Ausbildung und praktischer Tätigkeit
in Unternehmen der Region mit dem Ziel, Engagement und Interesse für die
Möglichkeiten der eigenen Perspektive für Jugendliche in der Region in
Kombination durch Erzeugung eigener Produkte zu wecken.
Projekt 6
1. Titel:
Konzertierter Tourismusauftritt Dübener Heide
2. Träger:
Touristische Verbände (die für die Dübener Heide agieren; Initiator: Städtebund
Dübener Heide)
3. Inhalt:
Die nahezu unübersehbare Vielzahl z. T. divergierender touristischer Aktivitäten
in der Dübener Heide (bzw. bezogen auf diese) stellt zukünftig einen
Wettbewerbsnachteil dar, der durch eine konzertierte Auftrittsweise nicht nur
kompensiert werden soll, sondern zugleich zu einer grundlegend neuen Qualität
geführt werden muss. Dabei geht es nicht um neue Werbematerialien oder
Arbeitsgremien, sondern um neue Qualitäten auf der ganzen Linie – unter
Berücksichtigung der erfolgreichen Teile aus den vergangenen touristischen
Aktivitäten. Dies ist ein Vorhaben, das auch dazu dient, die vorhandenen
finanziellen und personellen Ressourcen der Kommunen und Landkreise sowie
Verbände effektiver einzusetzen. Dieses Projekt ist ein Monitoring- und
Evaluierungs- sowie Entwicklungsvorhaben, das von den Kommunen angeregt wird und
in Partnerschaft mit den Landkreise und den Verbänden umgesetzt wird.
Zum Themencluster 3 wurde ein Projekt umrissen, das sich mit Netzwerkbildung auf
online-Basis entwickeln wird. Dieses ist jedoch nicht vom Themencluster 1 und
dem Leitprojekt Mehrgenerationenhaus zu trennen, im Gegenteil, es kann sogar
Bestandteil dessen werden und von dort aus wirken:
Projekt 7: Online-Service-Pool Dommitzsch
Dieses Projekt ist im Anhang ausführlich dargestellt.
Projektbeschreibung:
Geprägt von „Neuen Medien“ bietet die Zukunft für Erwerbstätige, Familien, junge
und ältere Einwohner der Stadt eine neue Kommunikations- und
Organisationsvielfalt, die Dienstleistungen mit neuem Profil hervorbringen kann.
Dementsprechend würde die Anwendung bedienerfreundlicher und nutzbringender
„Neuer Medien“ eine Chance bieten, alltägliche Bedürfnisse mit minimalem Aufwand
zu befriedigen.
Bedürfnisstruktur der Bevölkerung Dommitzsch:
Bildung Gesundheit
Kommunikation Wohnen
Mobilität Sicherheit
Verpflegung Kultur
Arbeit Freizeit/Unterhaltung
Erholung Lebensqualität
Projektinhalt
Dienstleistungen werden von einem selbständigen Online-Service-Pool in
Zusammenarbeit von Verwaltung und ansässigen Dienstleistungs- und
Handelsunternehmen angeboten. Über ausgewählte Medien können diese abgefragt
werden.
Voraussetzungen
Nur bei hoher Dienstleistungsqualität, einem großen Leistungsumfang und der
Sicherung der entsprechenden Leistungen ist das System ökonomisch tragfähig.
Ziel
Schaffung von Achsen gleichwertiger Lebensbedingungen - ausgeglichene
Funktionsräume:
- Steigerung der Lebensqualität bzw. Lebensqualitätsicherung
- Verhinderung von Abwanderung - Begünstigung von Zuzug
Komponenten
A) ServicePortal: übernimmt DL-Vermittlung bzw. DL-Übernahme oder DL-Weitergabe
B) ServicePortal-Webseite: inklusive Dienstleistungskatalog und
Buchungsoberfläche
C) Points of Information and Service: Terminalsystem/Serviceterminal
(Platzierung an zentralen Punkten – z.B. Mehrgenerationenhaus, Bäcker,
Kreditinstitut) – TouchScreen als Bedienelement – Auftragserteilung möglich
Die Initialprojekte werden im Rahmen des ILE-Prozesses vorangetrieben. darüber
hinaus können die Projekte durch verschiedene Förderprogramme umgesetzt werden.
Natürlich geht es dabei stets darum, keine Dauersubventionen zu erzeugen,
sondern selbst tragende Prozesse zu initiieren.
aus dem Kreise der Initialprojekte gewinnen zwei Projekte einen besondeern
Charakter: sie wirken als LEITPROJEKTE: das Mehrgenerationenhaus und die
Netzwerke für erneuerbare Energie/Energieautarkie (lokale/regionale
Energieautarkie).
Leitprojekte wirken über ihre initiierende Rolle nach als strategische Vorhaben,
die eine übergreifende inhaltliche Bedeutung haben, also leitend wirken. Für
beide Leitprojekte werden besondere Fördermittel beantragt bzw. wurden bereits
im Zuge der Bearbeitung des vorliegenden Untersuchungsprojektes beantragt und
bewilligt.
Empfehlungen
Fachärztekonferenz Dübener Heide:
Hinsichtlich der Koordinierung und Sicherung des Fachärztebesatzes in der Region
sollte eine länderübergreifende Fachärztekonferenz stattfinden. Hier wären z. B.
zwei zentrale Fragen zu erörtern:
1. Wie kann die Zukunft von fachärztlicher Betreuung im ländlichen Raum der
Dübener Heide gesichert werden (Nachwuchsansiedlung, Gehaltsfragen,
Ausstattungen u.ä.)?
2. Wie kann ein regionaler Fachärztetausch bzw. eine Fachärztekooperation
innerhalb des Städtebundes – und im Zusammenwirken mit den angrenzenden
Mittelzentren – praktisch ausgestaltet werden?
Mit einer solchen Konferenz sollte auch das Instrumentarium der fachpolitischen
Lösungsfindung von Zukunftsaufgaben im Bereich der Dübener Heide erweitert
werden. Der Städtebund sollte hier die Initiative übernehmen und im Verbund mit
den Landkreisen und den Ländern agieren. Dies ist ein Beitrag zur aktiven
grundzentralen Funktionsteilung. Die Konferenz sollte ein ständiges Gremium
werden, die jährlich Anpassungen erörtert, Rahmenbedingungen abstimmt und die
Kooperation mit den Krankenkassen etc. vornimmt. Dieses Instrument sollte auch
auf andere Themen wie Bildung, mediale Dienstleistungen, Regionalverkehr etc.
angewandt werden.
Ringverkehr“ um die Dübener Heide:
Bezüglich der verkehrlichen Erschließung mit dem ÖPNV wäre – neben einer
weiteren Optimierung des grenzüberschreitenden Verkehrs – auch weiter zu prüfen,
ob eine Art „Linienbus im Ringverkehr“, der die Städte in der Dübener Heide im
Gegenverkehr verbindet (gekoppelt mit Bedarfshalten und flexiblen Takten):
Schwarze Linie: mögliche Ringverbindung zwischen den Städten in der Dübener
Heide
Rote Linie: 10 km-Radius im Einzugsbereich Dommitzsch (grau: Anschluss DB)
Mit dem Wegfall der Bahnanbindung von Bad Schmiedeberg (über die DB), hat nur
noch Gräfenhainichen Bahnanschluss, der wiederum gut mit den Mittelzentren
Bitterfeld und Lutherstadt Wittenberg (und hier über ICE-Anbindungen mit Berlin
und Leipzig) verbunden ist.
gemeinsamer „Tag der Länder“ in der Dübener Heide:
Für die Entwicklung der übergreifenden Planungen, der drei Parke, müssen neue
„Entwicklungsmotoren“ entwickelt werden, die Kräfte und Finanzen bündeln, die
Akteure und die Bewohner zu begeistern vermögen, inhaltliche Ziele umzusetzen
vermögen und einen Entwicklungsprozess lenken können. Die in NRW bewährte Form
einer „Regionale“ wäre ein geeignetes Instrument. Eine Landesgartenschau käme
nach den geltenden Regeln nicht in frage. Anders wäre es, wenn sich die beiden
Bundesländer darauf verständigen würden, die jeweiligen „Tage der Länder“ (Tag
der Sachsen und Sachsen-Anhalt-Tag) als gemeinsame Veranstaltung in die Dübener
Heide zu legen. Mit einem Zielhorizont von 5 Jahren könnte dann ein Prozess zur
Entwicklung des „Umfeldes“ der jeweiligen Landestage entfaltet werden. daraus
müssen dann tragfähige Strukturen hervorgehen, die den Prozess weiterführen. In
diesem Zusammenhang kann auch der „Ringverkehr“ aufgebaut werden.
Umsetzung der ILEK-Projekte:
Die eingereichten Projekte der Stadt Dommitzsch für die Integrierte Ländliche
Entwicklung sind als Bestandteile des Leader-Programms durch die neue
Leader-Aktionsgruppe (LAG) aufgenommen worden (die Stadt Dommitzsch ist Mitglied
der LAG geworden). Insbesondere wären die beiden Vorhaben Mehrgenerationenhaus
(MGH) und lokale/regionale Energieautarkie als prioritäre Leit - Projekte zu
betrachten.
4. Das Leitprojekt 1 in Dommitzsch: das Mehrgenerationenhaus
Das erste Leitprojekt wird das Mehrgenerationenhaus (MGH) in Dommitzsch im
„Bildungsviertel“ werden.
Ein Mehrgenerationenhaus in Dommitzsch (Landkreis Torgau-Oschatz/Sachsen) –
ein Modell zur Förderung von sozialen und Bildungskompetenzen, der Sicherung
einer Daseinsvorsorge sowie der Nachnutzung brach fallender Schulanlagen im
ländlichen Raum
Der ländliche Raum wird in starkem Maße vom demografischen Wandel betroffen. In
Mitteldeutschland gehört das Gebiet der Dübener Heide zu diesen. Dies hat die
„Drei-Länderkonferenz Demografie“ (Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen), die
2005 in der Dübener Heide stattfand, betont. Hier wirken sich Geburtenrückgang,
Überalterung und Abwanderung besonders gravierend aus. Dieser rasante Wandel in
den Kleinstädten und Dörfern führt zu erheblichen Problemen bei der Sicherung
der Daseinsvorsorge und einer Gewährleistung einer entsprechenden Ausstattung
der jeweiligen Orte mit der notwendigen Infrastruktur, vor allem bei Schulen, um
den ländlichen Raum bewirtschaftbar und lebenswert zu halten.
Die kleine Stadt Dommitzsch gehört mit ihren 3.100 Einwohnern zu diesen
abgelegenen und vom demografischen Wandel stark betroffenen Orten. Sie ist aber
kein Einzelfall, im Gegenteil. Mit der Schließung der Mittelschule wird im
Sommer 2007 ein drastischer Schnitt in der Entwicklung der Kommune vollzogen.
Der Rückgang der Schülerzahlen ließ kaum eine andere Wahl zu, als die Schließung
dieser Einrichtung. Auch das gehört inzwischen in Mitteldeutschland und anderen
schrumpfenden Regionen zum Alltag im ländlichen Raum. Mit einer Schulschließung
wird mehr als bei einer anderen Einrichtung, die nicht mehr betreibbar und
nutzbar ist, auch ein wesentlicher Teil der Identität, der Zukunftshoffnung und
der kulturellen Gemeinschaft der Kommune geschlossen. Die Schule ist so etwas
wie ein Begegnungsort der Generationen, eine Zukunftsinstitution und ein Ort des
Stolzes einer Kommune im ländlichen Raum. Eine Schule gehört ebenso dazu wie
Kirche, Rathaus oder Feuerwehr. In Sachsen, aber auch in Sachsen-Anhalt werden
in den nächsten Jahren viele weitere Schulen geschlossen werden (müssen). Es
wird zu einer typischen Situation, dass es in vielen kleinen Kommunen leer
stehende Schulgebäude geben wird – was heute schon sehr häufig anzutreffen ist.
Die Stadt Dommitzsch will aber mit dem Mehrgenerationenhaus dem objektiven Trend
ein aktives Zukunftsmodell entgegen setzen und für die zu schließende Schule
eine Perspektive eröffnen, die zugleich eine Perspektive für den gesamten Ort,
ja auch für die umliegende Region darstellen soll. Dommitzsch will also die vor
wenigen Monaten verfügte Schließung durch ein mögliches Modellprojekt und eine
innovative Lösung kompensieren. Dabei geht es zugleich auch darum, den Status
der Kleinstadt im strukturschwachen Raum als Grundzentrum zu sichern und den
Funktionsverlust mittels regionaler Kooperation, Einbindung unterschiedlicher
Akteure, insbesondere der lokalen Wirtschaft und des Ehrenamtes, und Nutzung
regionaler Ressourcen nicht nur auszugleichen sondern mit neuen Perspektiven
auszustatten.
Es besteht nun die Möglichkeit, in dem ab Sommer 2007 leer werdenden Gebäude der
Mittelschule ein Mehrgenerationenhaus (MGH) aufzubauen, das zugleich Teil einer
neuen Qualität generationenübergreifenden Zusammenlebens und Kommunizierens in
der Kommune werden soll. Auf der Grundlage bereits vorhandener Einrichtungen und
lokaler Anbieter und Entwicklungsmöglichkeiten soll ein Bildungsviertel
entstehen, dessen Kern das zukünftige Mehrgenerationenhaus sein wird. Um dieses
Mehrgenerationenhaus gruppieren sich bereits heute ein Kindergarten mit
Kinderkrippe, eine Grundschule, ein Seniorenheim sowie Wohnbauten und ein
Gewerbebetrieb. Im Herzen dieses Quartiers liegt ein Grünbereich mit einem Bach,
der gegenwärtig vorrangig durch Sportanlagen geprägt ist, die wiederum zumeist
von der Mittelschule genutzt werden – bis zum Sommer 2007.
Mit dieser räumlichen Nähe wird es zu einer quartiersbezogenen Kooperation
zwischen den Nutzern kommen. Diese Begegnung und Kommunikation, die Nutzung
eines Gebäudes durch verschiedene Generationen, wird dem gesamten Quartier und
der Kommune insgesamt einen neuen Impuls verleihen. Es kann dabei zugleich aber
auch generationsübergreifend gelernt werden, wie ein solcher Prozess für die
kommunale Entwicklung gestaltet werden kann. Die möglichen Nutzer werden von
Anbeginn zu aktiven Partnern, ja zu den Akteuren bei der Konzipierung und beim
Aufbau des neuen Bildungsviertels um das Mehrgenerationenhaus. Dies ist nur
möglich, weil die realen Nutzungsvorstellungen der verschiedenen Partner von
Anbeginn integraler Bestandteil der Planung sind. Die entscheidende Grundlage
für dieses Projekt bildet zudem die Tatsache, dass der Träger des benachbarten
Seniorenheims, der Arbeiter-Samariter-Bund (ASB), auch als professioneller
Träger des MGH fungieren wird. Erste Nutzer und Kooperationspartner haben sich
bereits bereit gefunden, um sich an dem Vorhaben zu beteiligen und sich auch als
Mieter in das neue/alte Gebäude zu begeben. Damit ist das ganze Vorhaben noch
nicht auf den Weg gebracht. Es sind lediglich die optimalen Voraussetzungen für
einen Erfolg versprechenden Beginn gegeben. Wie dann der gesamte Umnutzunge- und
Umgestaltungsprozess ablaufen wird ist zwar planbar und auch kalkulierbar, doch
wird er nicht „automatisch“ erfolgreich verlaufen. Dafür ist ein mittels
Anschubfinanzierung eingerichtetes professionelles Management für die
Koordinierung, Betreibung und inhaltliche Entwicklung sowie die permanente
Einbeziehung von lokalen und regionalen Partnern notwendig.
Die konzeptionellen Überlegungen gehen davon aus, dass in dem dreigeschossigen
Gebäude (mit ausgebautem Dach) im Erdgeschoss zunächst ein Begegnungscafe´
eingerichtet wird. Der dafür notwendige Raum ist bereits vorhanden und kann nach
der Schulschließung sofort genutzt werden. In dessen Betrieb und Ausgestaltung
werden Behinderte aus der Stadt und der regionalen Umgebung aktiv einbezogen, um
sie stärker in das öffentliche Leben des ländlichen Raumes zu integrieren. Ein
Hort, eine Bürgerakademie für generationenübergreifende Medienarbeit – in
Kooperation mit der in Dommitzsch ansässigen Landespolizeischule - sowie
spezielle Angebote für die Erweiterung der Bibliothek können unmittelbar folgen,
ohne, dass erhebliche Sanierungen notwendig werden. Es sollen schrittweise
Angebote für Nachhilfeunterricht und für die Nutzung von sozialen
Dienstleistungen, insbesondere für Familien folgen. Angebote für künstlerische
Aktivitäten (zuerst eine Buchwerkstatt), die sich an unterschiedliche
Generationen richten, werden unter Einbeziehung von Ehrenamtlichen und
regionalen Partnern aufgebaut. Auch hierfür gibt es bereits Interessenten. Ein
Kompetenzzentrum für Schülerfirmen, getragen von regionalen Betrieben - unter
aktiver Einbeziehung von Senioren-Unternehmern, ist bereits in Vorbereitung und
würde sich hier ansiedeln. Ein Online-Netzwerk von Dienstleistungsanbietern aus
Dommitzsch und der Umgebung könnte das Spektrum möglicher Nutzer abrunden und
zugleich ein attraktives Angebot für verschiedene Generationen und sozialen
Gruppen anbieten. Schließlich könnten sogar einige Wohnungen entstehen. Der
Außenbereich soll umgestaltet werden – unter Einbeziehung der vorhandenen
Anlagen – kann ein „Garten der Generationen“ entstehen. Im Laufe der
Anschubphase des MGH (5 Jahre) können sich weitere Funktionen ansiedeln, die das
Spektrum im MGH grundsätzlich erweitern und langfristig sichern. So ist die
schrittweise Ansiedlung eines medizinischen Versorgungszentrums mit Angeboten
zur gesundheitlichen Prävention vorgesehen.
Die Anwohner und der Gewerbebetrieb in unmittelbarer Nachbarschaft werden zu
aktiven Partnern beider Umgestaltung, schließlich partizipieren sie auch vom
Bildungsviertel durch soziale und Bildungsangebote. Es sollen aber auch
regionale Partner integriert werden, wie z. B. das Kurtheater aus Bad
Schmiedeberg. Das MGH will also auch auf die Region ausstrahlen, um so die
Bedingungen für die Daseinsvorsorge aktiv zu beeinflussen. Letztlich soll das
Bildungsviertel mit dem MGH im Zentrum auch ein Modell für die Nutzung
regenerativer Energie werden, dem sich die Kommune insgesamt verpflichtet hat.
dadurch werden nicht nur die Betriebskosten langfristig stabil gehalten, sondern
auch die regionalen Ressourcen genutzt – regionale Wirtschaftskreisläufe
befördert, sondern auch ein zukunftsträchtiges Bildungs- und Beratungsangebot im
MGH aufgebaut: Einsatz regenerativer Energien, Energiesparen und Berufe für das
weite Feld der Anwendung regenerativer Energien im ländlichen Raum.
Unter Anleitung eines fachkompetenten und professionellen Managements im MGH –
es gibt bereits dafür qualifizierte Personen beim angestrebten Träger -
aufgebaut werden. wird so schrittweise eine Struktur entstehen, die einen
nachhaltigen Betrieb des MGH dauerhaft gewährleisten wird.
Das ambitionierte, aber realistische wie dringend notwendige Vorhaben, ein
Mehrgenerationenhaus in einem Bildungsviertel in Dommitzsch aufzubauen durch
Nachnutzung einer leer stehenden Schule – und damit einer potenziellen Brache,
bedarf der Unterstützung von Außen, besonders auch, wenn das Vorhaben „Schule“
machen soll, d. h. auf vergleichbare Situationen im ländlichen Raum übertragen
werden soll. Die Stadt Dommitzsch unterstützt deshalb den Antrag stellenden
Träger, den Arbeiter-Samariter-Bund (Kreisverband Torgau-Oschatz e. V.), bei dem
Antrag für die Förderung durch das Bundesprogramm „Mehrgenerationenhäuser“. Die
Förderung einer Stelle für die Koordination des Aufbauprozesses würde
beschleunigend wirken und dem ganzen Vorhaben eine Qualität verleihen können, um
als ein Modellprojekt für die Schulumnutzung in der Region der Dübener Heide
insgesamt fungieren zu können. Mit der Anschubfinanzierung für das MGH durch den
Bund wird langfristig sichergestellt, dass die weitere Projektfinanzierung im
Netzwerk bzw. Verbund mit der Kommune, den ortsansässigen Vereinen und vor allem
auch Firmen und unter Einbeziehung zahlreicher freiwilliger Helfer, die ein
geeignetes Tätigkeitsfeld suchen, um sich sozial engagieren zu können,
gewährleistet wird. Ohne Anschubförderung würde zudem keine Anschlussnutzung für
das ab Sommer 2007 leer stehende Schulgebäude aufgebaut werden können. Der
Leerstand würde zu erheblichen Folgekosten für die öffentliche Hand führen. Die
Chance, nach einer notwendig gewordenen Schließung der Schule das Gebäude
sinnvoll weiter nutzen zu können, könnte kaum genutzt werden. Für den Landkreis
Torgau-Oschatz werden keine Zusatzkosten entstehen, im Gegenteil. Durch die
Initiative eines so komplex und auf selbst tragende Strukturen angelegten
Projektes wie das MGH in Dommitzsch können die finanziellen Leistungen des
Landkreises zukünftig in Grenzen gehalten und die selbst tragenden Kräfte im
ländlichen Raum gestärkt werden.
Eine Weiterführung des Vorhabens nach dem Auslaufen der möglichen
Anschubförderung für die Personalstelle ist durch den professionellen Träger und
die bereits artikulierten Partner gewährleistet. Die Zeit der Förderung würde
genutzt werden, um entsprechendes Personal heranzubilden und durch die
Partnerschaften und den wirtschaftlichen Betrieb finanziell abzusichern. Den
Kern würden ein bis zwei hauptamtliche Kräfte bilden, deren Arbeit durch eine
Mitwirkung ehrenamtlicher Personen erweitert wird. Außerdem wird eine
Kooperation mit den Kinder- und Senioreneinrichtungen in unmittelbarer Nähe des
MGH für einen professionellen Betrieb sorgen. Den Anfang würde noch nach der
Sommerpause 2007 das zu eröffnendes Cafe’ bilden – ein neuer Ort am alten Platz
für Jung und Alt.
Fazit für das Projekt Mehrgenerationenhaus in Dommitzsch:
1. Mit dem MGH in Dommitzsch wird ein wichtiger praktischer Beitrag zur
Umsetzung der Empfehlungen der „Drei-Länderkonfenrenz Demografie“ zur Sicherung
der Daseinsvorsorge im ländlichen Raum geleistet.
2. Das MGH Dommitzsch will ein Modellprojekt zur Nachnutzung einer geschlossenen
Mittelschule in einer Kleinstadt im Bereich des Städtebundes Dübener Heide
werden.
3. Das MGH wird das Zentrum des zukünftigen „Bildungsviertels“ in Dommitzsch
sein.
4. Das MGH wird – neben einem breiten generationsübergreifenden Angebotsprogramm
- auch ein Beispiel für die Anwendung erneuerbarer Energien sein und als Träger
eines Kompetenzzentrums „Jugend und Wirtschaft“ mit Experimentiermöglichkeiten
fungieren.
5. Der kompetente und erfahrene Träger (ASB) sowie die Partner aus der
Wirtschaft und der Bürgerschaft von Dommitzsch bieten die Gewähr für die
Nachhaltigkeit des MGH – die Förderung über das Bundesprogramm wird ein sinnvoll
angelegter Anschub sein.
Dieser konzeptionelle Rahmen bildete die Grundlage für einen Förderantrag beim
BMFSFJ, der am 11. Mai 2007 durch den ASB eingereicht worden ist.
Möglichkeit I: Der erste nutzbare Raum für das zukünftige Mehrgenerationenhaus
(MGH) in der ehemaligen Mittelschule – hier könnte das Bürgercafe’ entstehen.
Möglichkeit II: Zukünftiger „Garten der Generationen“
Lage der möglichen Leit - Projekt-Orte in Dommitzsch:
5. Die Strategie der stadt-regionalen Ressourcenwirtschaft
Um die Stadt Dommitzsch als Wohn- und Arbeitsstandort im ländlichen Raum
zukunftsfähig zu halten und zugleich als einen grundzentralen Anker weiter zu
entwickeln ist es notwendig, die lokalen Bedingungen dafür zu sichern. Ein
entscheidender Faktor für die Sicherung dieser Daseinsvorsorge ist die
Versorgung mit Energie. Im Zuge der eskalierenden Preise für Strom und für
Erdgas stellt sich – nicht nur für Dommitzsch – zunehmend die Frage, wie dieser
Entwicklung wirksam begegnet werden kann. Es zeigt sich immer drängender, dass
eine Rückkehr zu Energiepreisen der 1980er Jahre nicht mehr erfolgen wird. Die
Preise für die Primärenergiequellen steigen, getrieben von Preisen für die
Durchleitung in den Netzen (Fernnetze) und durch internationale/nationale
Abhängigkeiten von Lieferanten. (Campbell) Es zwingen sich geradezu neue
Lösungswege auf. International, aber auch in Deutschland gibt es bereits erste
Antworten darauf: lokale Energieautarkie. In zahlreichen Orten wurde in den
letzten Jahren die Wärmeversorgung auf regenerative Primärenergien (Biomasse,
Solarwärme, Geothermie) erfolgreich umgestellt. Das Beispiel der
österreichischen Stadt Güssing steht hier stellvertretend. Hier hat sich
gezeigt, dass die Eigenversorgung mit regionaler Energie (auf Basis regionaler
Holzaufkommen) nachhaltig gesichert werden konnte und damit ein Preisvorteil bis
zu 25% gegenüber zentralen Versorgern erzielt wurde. Seit dem verzeichnet die
Stadt einen enormen wirtschaftlichen Aufschwung. Dieses Modell wurde für viele
zum Vorbild – Güssing ist zur internationalen Benchmark in diesem Bereich
geworden. (siehe Anhang: das Beispiel Güssing)
Für Dommitzsch steht die Frage ebenso: Was kann getan werden, um die
Standortbedingungen für die weitere wirtschaftliche Entwicklung zu sichern, um
Arbeitsplätze zu halten und zu erweitern und zugleich den Lebensraum Dommitzsch
nachhaltig zu sichern? Dieses Thema wurde innerhalb des Städtebundes Dübener
Heide zuerst von Gräfenhainichen mit dem Stadtentwicklungskonzept 2004 auf der
Grundlage des preisgekrönten Beitrages zum Bundeswettbewerb Stadtumbau-Ost 2002
entwickelt und seitdem mit ersten kleinen Projekten in Angriff genommen.
Dommitzsch hat den „Staffelstab“ aufgegriffen. (SEK Gräfenhainichen, 2004)
Zunächst zum Ansatz der Autarkie:
Im ursprünglichen Wortsinn bedeutet Autarkie „Selbstgenügsamkeit“. Dies kann
auch als eine Deutung des Nachhaltigkeitsgebotes gelesen werden, denn
schließlich geht es bei der Nachhaltigkeit auch darum, die Ressourcen der
Gegenwart nur mit Blick auf die zukünftige Verfügbarkeit zu nutzen, also
zukunftsfähig zu bleiben, ohne die heutigen Bedürfnisse zu Lasten zukünftiger
Verfügbarkeit von natürlichen und künstlichen Ressourcen zu befriedigen. Das
absehbare Ende der Verfügbarkeit fossiler oder der Uranrohstoffe hat der Welt
vor Augen geführt, dass der heutige Wohlstand in den Industrienationen nicht
ohne weiteres ausdehnbar ist. Es müssen neue Wege gefunden werden. Zugleich aber
existieren die zentralistischen Versorgungssysteme im Energiesektor, die auf
jener Verfügbarkeit gegründet sind. Es wird also eine zentrale Herausforderung
sein, hier konkrete Lösungswege zu suchen, die auch mit den heute existierenden
Strukturen zu einem erheblichen Teil kollidieren können. Hier sind entscheidende
Innovationen gefragt. Diese liegen in drei Themenfeldern:
1. die Gestaltung des Prozesses einer schrittweisen Abkopplung von den externen
Energieabhängigkeit,
2. das Zusammenspiel der drei Schlüssel zum Übergang in eine Energieautarkie:
Energieeinsparung, Energieeffizienz und Energiesubstitution („EEE“),
3. Aufbau einer effizienten regionalen Ressourcenwirtschaft, um die nachhaltige
Ressourcenbasis der Region, den Wasserhaushalt und die Schaffung von
Beschäftigung in der Region zu harmonisieren.
Um den Einstieg in den Übergang zu einer Energieautarkie zu finden, ist die
Situation der Angebote- und der Nachfrage lokal/regional zu klären. Die
Energiebilanz der wesentlichen öffentlichen und privaten Einrichtungen bzw.
Unternehmen gehört dabei zu einem Schlüsselmoment. Gleichzeitig ist die
Angebotsseite der lokalen/regionalen Ressourcen zu bilanzieren: Wie viel
verwertbare Ressourcen hat die Region? Welche lokalen Ressourcen sind weiterhin
verfügbar? dabei sind nicht nur die Biomasseressourcen der Region zu betrachten.
Vielmehr ist es notwendig, die „Abprodukte“ technischer Prozesse ebenso als
Ressource einzubeziehen (z. B. Prozessabwärme ist eine enorme Ressource).
6. Das Leitprojekt 2 in Dommitzsch: lokale Energieautarkie
Um dieses Thema nun in Dommitzsch auf den konkreten Weg zu bringen, wird ein
Modellprojekt gestartet: Energieautarke Kommune 2020 – drei Inseln als
Wegbereiter.
Die Struktur der Stadt Dommitzsch ermöglicht es, an drei überschaubaren
Bereichen mit dem Einstieg in die Energieautarkie zu beginnen:
A) das „Bildungsviertel“ – zugleich Ort des Leitprojektes Mehrgenerationenhaus
B) das Gewerbegebiet Süd mit dem Teiglingswerk
C) das Wohngebiet Nord mit den Mehrfamilienhäusern der Wohnungsgenossenschaft
Die drei Inseln stellen jeweils unterschiedliche funktionale Sektoren der
lokalen Entwicklung dar:
Daseinsvorsorge, Bildung, Kommunikation, städtisches Leben und regionale
Verknüpfung im Bildungsviertel;
Wirtschaft, Schaffung von Arbeitsplätzen und internationale Standortaufwertung
im Teiglingswerk;
Wohnen als elementare Funktion einer Stadt in den Mehrfamilienhäusern als
relativ großem Standort mit erheblichen Wirkungen auf die
Bevölkerungsentwicklung in Dommitzsch.
Den komplexesten Bereich bildet das „Bildungsviertel“: Um das zukünftige
Mehrgenerationenhaus herum gruppieren sich wichtige Energieabnehmer: das
Seniorenheim, die Firma ASD (Metallverarbeitung), die Grundschule und die KITA.
Die Energiebilanz umfasst die Verbräuche der wichtigsten Einrichtungen der Stadt
hinsichtlich Strom- und Gasverbrauch. Dem wird exemplarisch das Angebot an
verfügbaren Holzressourcen aus dem Stadtwald Dommitzsch gegenüber gestellt.
Daran kann – auf den ersten Blick - abgelesen werden, dass (theoretisch) der
aktuelle Strombedarf der nichtgewerblichen Einrichtungen über diese Ressource
abgedeckt werden könnte. Ein wichtiges Indiz dafür, dass es möglich sein kann,
den Weg der Autarkie zu beschreiten. Zum anderen wird dadurch aber auch klar,
dass es nicht genügt, nur einfach die externen, fossilen Energieträger durch
lokale erneuerbare zu ersetzen. Es muss eine komplexere Betrachtungsweise im
Sinne der integrierten Ressourcenwirtschaft vorgenommen werden. Dies schließt
mehrere miteinander verknüpfte Vorgänge ein:
Optimierung des Energiemanagements in den jeweiligen Einrichtungen (Einsparung
und Effizienz, Betriebsabläufe etc.);
Öffentliche Kampagnen zur Einsparung und Effizienz in der Kommune, verbunden
mit praktischen Lösungen durch Beratung und Installation;
übergreifende Prozess- und Ressourcenoptimierung der Inseln untereinander und
im regionalen Kontext („virtuelles Kraftwerk“).
Energiebilanz und Ressourcenverfügbarkeit Holz aus dem Dommitzscher Stadtwald:
Verbraucher Vebrauch Strom KWh/a Strom-spitzen KWh Vebrauch Gas KWh/a Pot.
Gemindeter Stromverbrauch durch 5% Einsparung Pot. Gemindeter Stromverbrauch
durch 10% Einsparung Was würde der Verbraucher abnehmen? gewinnbare KWh (aus 850
Srm Kiefer mit 15% Wa-Gehalt)
Kita (2005) 18.920 118.266 17.974 17.028 Strom und Wärme 744.600
Schulen (2005) 44.217 779.404 42.006 39.795 Strom und Wärme
Ambulanz (2005) 16.520 256.391 15.694 14.868 Strom und Wärme
Rathaus (2005) 24.497 167.717 23.272 22.047 Strom und Wärme
Aktivzentrum (2005) 6.950 80.442 6.603 6.255
Altenpflegeheim (2005) 220.000 600.000 209.000 198.000
Zwischensumme: 331.104 2.002.220 314.549 297.994
96 WG-Einheiten, GAS Wärme, Strom
Teiglingswerke 7.200.000 1.500 4.000.000 Wärme, Kälte
ASD-GmbH 350.000 160 Wärme, Strom
Gesamt: 7.881.104 6.002.220
Die gewonnen Kilowattstunden 744.600 pro Jahr aus 850 Srm Kiefer bei einem
Wa-Gehalt von 15% sind ohne weitere Kosten berechnet. Weitere Kosten sind: Miete
der Maschinen zur Ernte des Holzes und dessen Verarbeitung, Transport,
Lohnkosten für den Förster, ferner technische Daten wie beim Umwandlungsprozess
(Pyrolyse) der Hackschnitzel. Diese technischen Daten sind durch Fachkräfte zu
erbringen. Die Transport- und Verarbeitungskosten unterliegen dem Regime des
Marktes und sind nicht statisch.
Erst wenn alle Faktoren miteinander verknüpft sind und eine Gesamtoptimierung
vorgenommen worden ist, kann der Ersatz externer und fossiler
Primärenergieträger durch regionale Erneuerbare – vor allem Biomasse - sinnvoll
sein und nicht Gefahr laufen, durch Übernutzung neue dauerhafte Schäden im
Ressourcenhaushalt zu erzeugen.
Mit dieser Karte ist ein erster Schritt zu einem regionalen Ressourcenkataster
getan.
Auf dieser Grundlage kann dann auch der Einsatz der jeweiligen Technologien zur
Einsparung, zur effizienten Nutzung der Energie und zur Substitution ermittelt
werden. da im Grunde alle dafür notwenigen Technologien am Markt verfügbar sind
und in absehbarer Zeit auch zu angemessenen Preisen angeboten werden, stellt die
Technologie kein grundsätzliches Hemmnis mehr dar. Vielmehr kommt es jetzt auf
die Schnittstellengestaltung, auf die Betriebsoptimierung, auf die „1000 kleinen
Dinge“ bei der Einsparung, kurz: auf ein intelligentes Energie- und
Ressourcenmanagement in der Stadt (resp. der Region) an, um den Weg zur Autarkie
erfolgreich beschreiten zu können. Dies alles wird unter dem Begriff des
„Virtuellen Kraftwerkes“ zusammengefasst. Aus diesem Grunde wurde bereits in dem
hier bearbeiteten Projekt das nächste Thema, den Aufbau von Netzwerken für den
Einsatz erneuerbarer Energien in Dommitzsch vorbereitet. daraus wird dann der
nächste Schritt zur Umsetzung dieses Leitprojektes in Dommitzsch erwachsen.
Aufgabenstellung für die Umsetzungsvorbereitung dieses Leitprojektes, welches
inzwischen bestätigt worden ist und wobei mit der Arbeit begonnen wurde (dies
ist der Entwurf der Aufgabenstellung, die im endgültigen Bescheid präzisiert
wurde, aber dem Grundsatz nach gilt):
Förderung einer Stelle für die Vorbereitung, Organisation und den Aufbau eines
transregionalen, thematischen Netzwerkes für die Anwendung erneuerbarer Energien
sowie zur Steuerung der Umsetzung von entsprechenden Schlüsselprojekten im
Städtebund Dübener Heide (FR REGIO)
Ziel
Der Städtebund Dübener Heide hat sich das Ziel gestellt, regionale
Wirtschaftskreisläufe entlang des Themas „Regenerative Energien“, insbesondere
Biomasse, aufzubauen, neue Arbeitsplätze zu schaffen, die Daseinsvorsorge im
peripheren ländlichen Raum zu sichern, die Standortbedingungen der Region
insbesondere durch den Einsatz regenerativer Energien zu verbessern und
langfristig zu sichern sowie die überregionale Kooperation auf dem Gebiet der
regenerativen Energien aufzubauen. Dazu sollen auch wissenschaftliche
Institutionen und internationale Partner einbezogen werden. Diese Vernetzung
soll unmittelbar durch Schlüsselprojekte konkretisiert werden und der Region ein
Impuls gegeben werden, der zu einer selbsttragenden Entwicklung führt. Gerade
die transregionale Zusammenarbeit verspricht besondere Impulse für die breite
Anwendung regenerativer Energien als Arbeitsplatzgenerator.
Grundsätzlich bestehen folgende Zielsetzungen für die Wirkungen des Aufbaus
eines thematischen Netzwerkes des Städtebundes Dübener Heide mit anderen
regionalen Partnern sowie der Steuerung für die Umsetzungsvorbereitung von
Schlüsselprojekten:
- Schaffung von Arbeitsplätzen durch Aufbau von regionalen
Wirtschafts-Partnerschaften (Kommunen, Land- und Forstwirte, Unternehmen) durch
regenerative Energieanwendung,
- direkter Transfer von umsetzungsbezogenem Know How zum Themenfeld regenerative
Energien;
- systematischer Aufbau von langfristig stabilen, regionalen
Wirtschaftskreisläufen,
- Schaffung von Angeboten insbesondere für die Jugend durch Anwendung
innovativer Technologien,
- Anbahnung und Aufbau von Kooperationsbeziehungen mit den Nachbarregionen,
- Vorbereitung der Einwerbung von europäischer Förderung,
- Entwicklung von langfristig wirksamen Alternativen zur absehbare Steigerung
der Kosten für fossile Brennstoffe,
- Aufbau von Kooperationsbeziehungen mit universitären Einrichtungen (TU Dresden
u. a.),
- Beförderung eines spezifischen Fach-Tourismus,
- Grundsätzliche Beiträge zur Reduzierung des Kohlendioxidausstoßes,
- Verbesserung des Stadt- und Regionalmarketing sowie
- themenbezogene Einbeziehung der Bürger in das Netzwerk bzw. die
Schlüsselprojekte.
Zum Aufbau dieses thematischen Netzwerkes und dem Initiieren der Umsetzung von
Schlüsselprojekten wird die Einrichtung einer auf ein Jahr befristeten Stelle
(1,5 Stelle) eines thematischen Netzwerk-Koordinators und Projekt-Entwicklers
(Manager/technischer Mitarbeiter) beantragt. Diese soll durch fachlich
spezialisierte Personen besetzt werden. Das thematische Netzwerk soll nach der
Aufbauphase dann durch die regionalen Wirtschaftsakteure weiter geführt werden.
Begründung
Der Städtebund Dübener Heide verfügt über erste inhaltliche Grundlagen für die
Einrichtung einer solchen Stelle, die es erlauben, sehr effektiv mit dem Aufbau
des thematischen Netzwerkes und der Organisation von Schlüsselprojekten beginnen
zu können. Gleichzeitig besteht der fachliche Bedarf, über das bestehende
Projektmanagement Dübener Heide hinausgehend, das thematische Netzwerk
regenerative Energie als Schlüssel für die regionale Entwicklung, überregionale
Kooperation aufzubauen und einer Umsetzung von ersten Projekten, insbesondere im
Raum Dommitzsch, aufzubauen.
Es bestehen erste Grundlagen für den Aufbau des transregionalen thematischen
Netzwerkes regenerative Energien und für das Kreieren regionaler
Wirtschaftskreisläufe in der Region des Städtebundes Dübener Heide:
a) Die Städte Bad Düben und Gräfenhainichen gehören zu den Vorreitern bei der
Anwendung regenerativer Energien im Städtebund. So hat die Stadt Gräfenhainichen
sich für ihre Stadtentwicklung im Jahr 2004 das Thema „Stadt mit neuer Energie“
gewählt und, wie Bad Düben, erste Erfahrungen bei der Umsetzung gesammelt, die
nun für die anderen Städte genutzt werden können.
b) Der Landkreis Delitzsch hat ebenfalls seit einigen Jahren Erfahrungen bei der
Anwendung regenerativer Energien im Rahmen von Leader+ - Aktivitäten gesammelt,
die als Anregungen für den Städtebund fungieren können.
c) Der Städtebund hat im September 2006 direkten Kontakt mit der
österreichischen Stadt Güssing (4.000 Einwohner) und der Region Burgenland
aufgenommen, die zu den europäischen Vorreitern bei der Anwendung regenerativer
Energien mit besonders innovativen Technologien gehören und bei einem
Arbeitsbesuch Möglichkeiten der Übertragung der dortigen Erfahrungen für den
Städtebund ausgelotet. Dies hat sich als vielversprechend erwiesen. Eine
vertragliche Partnerschaft des Landkreises Delitzsch mit der Stadt Güssing
könnte für den Städtebund unterstützend wirken.
d) Die Städte des Städtebundes Dübener Heide verfügen – nach ersten Schätzungen
- über erhebliche Potenziale im Bereich der Biomasse (z. B. Stadtwald), die für
eine umfassende Anwendung von innovativen Technologien regenerativer Energien
und deren Verknüpfung mit Energieabnehmern, mit regionalen Wirtschaftsakteuren
und einer Anwendung in breitem Umfang durch private Haushalte dienen können.
e) Mit dem grenzüberschreitenden Städtebund Elbe-Elster-Aue (Brandenburg,
Sachsen-Anhalt, mit Ansätzen zur Erweiterung in Richtung Sachsen) ist ein
unmittelbarer regionaler Partner gegeben, der sich auch mit dem Thema
regenerativer Energien beschäftigt, außerdem bestehen kooperative Beziehungen zu
Städtenetzen im Westerzgebirge, die sich ebenfalls mit dem Thema regenerative
Energien beschäftigen und an einer Vernetzung sehr interessiert sind.
f) Im Naturpark Dübener Heide sowie im Landkreis Wittenberg und der Stadt
Gräfenhainichen liegen Erfahrungen mit europäischen Förderprogrammen Leader
sowie besonders INTERREG vor, an die für das thematische Netzwerk angeknüpft
werden kann.
Das transregionale thematische Netzwerk regenerative Energien für den Städtebund
Dübener Heide soll mit den kooperativen Partnerschaften von Referenzorten bzw.
-regionen und den Nachbarregionen nach dem Vorbild der Stadt-Region Güssing
angelegt werden und mit diesem (und weiteren zu ermittelnden) eng kooperieren.
Die Stadt Güssing fungiert als erster Referenzort und kommunalpolitische
Benchmark für das aufzubauende Netzwerk:
Entwurf Dr. Kegler, 2006-10-26
Dieser Netzwerkansatz ermöglicht es, das „Virtuelle Kraftwerk“ – eine
Netzwerkform – vorzubereiten, zugleich den internationalen Kontakt hinsichtlich
des konkreten Wissensaustausches mit Güssing zu vertiefen und die
Umsetzungsmaßnahmen in Dommitzsch im Bereich der drei Inseln, vor allem im
Bildungsviertel, anzuschieben, die dann ab 2008 realisierbar sein sollen.
7. Die neue Kooperation im Städtebund Dübener Heide
Der Städtebund Dübener Heide wurde im Jahr 2002 von zunächst sechs, dann später
sieben Kommunen gegründet. Auf der Grundlage des REK (2000/2001) entschieden
sich die Kommunen, im Zusammenwirken mit den Landkreisen und anderen Akteuren,
eine informelle Plattform zu gründen, die den Erfahrungsaustausch zwischen den
Bürgermeistern befördert und gemeinsame Projekte auf den Weg bringen sollte. Mit
der Unterzeichnung der „Pretzscher Erklärung“ am 1. März 2002 hoben die
Bürgermeister den Städtebund aus der Taufe.
Nach fünf Jahren der kontinuierlichen gemeinsamen Arbeit konnten die
Bürgermeister feststellen, dass sie durch zahlreiche Aktivitäten, vor allem im
touristischen Bereich, aber vor allem durch die regelmäßigen Treffen den
Gedanken- und Erfahrungsaustausch befördert haben. Es ist gelungen, die Kommunen
zu einem Kommunikationsanker in der Region zu machen, die Region dadurch nach
außen nicht bekannter zu machen, sondern ihr auch einen guten Ruf zu geben –
natürlich im Verbund gerade mit dem Regionalmanagement, ohne den die Arbeit des
Städtebundes kaum so gut gelaufen wäre.. es hat sich gezeigt, dass die
Zusammenarbeit bisher – was vollkommen verständlich und für die Startphase
richtig war – auf die „weichen“ Themen (Tourismus und Kommunikation) bezogen
war. Im Zuge der Verschärfung von Problemen, wie sich aus dem demografischen
Wandel, der Steigerung der Energiepreise und der Änderungen im grundzentralen
Gefüge länderübergreifend ergeben, erscheint es geboten, sich neuen Horizonten
zu stellen. Dafür diskutierten die Bürgermeister den vom Auftragnehmer
vorgelegten Entwurf eine „Neuen Pretzscher Erklärung“. Nach Ergänzungen und
redaktionellen Änderungen wurde diese am 29. Juni in Pretzsch durch alle
Bürgermeister als informelles Selbstbindungsdokument unterzeichnet. Damit soll
vor allem die funktionale Kooperation im grundzentralen Verflechtungsraum, das
Thema regionale Energieautarkie sowie neue strategische Projekte in den
Mittelpunkt der Zusammenarbeit gestellt werden. Die Basis für die neue Qualität,
die in der Zusammenarbeit angepeilt wird, basiert auf der Analyse der
grundzentralen Funktionen in der Region und den sich daraus ableitenden
Funktionsteilungen bzw. Verflechtungen (siehe Kap. 3):
Funktions-wahrnahme 2007 Dommitzsch Bad Düben Bad Schmiedeberg Gräfenhainichen
Prettin Pretzsch Kemberg
Verwaltungssitz x x x x x x x
Touristische Informationszentren x x x x x x x
Grundschule x x x x x x x
Mittelschule x x x x x
Gymnasium x x x x
Musikschule x x
Berufbildende Schulen
Kindertagesstätte x x x x x x x
Schulungs- und Referenzzentrum Landespolizeidirektion Zentrale Dienste x
Jugendhilfe x
Jugendclub x x x x x x x
Allgemeinmediziner x x x x x x x
Zahnmediziner x x x x
Fachärzte x x x
Physiotherapien x x x
Altenpflegeheime x x x
Apotheken x x x x x x
Kirchen x x x x x
Tiermediziner X x x x
Krankenpflege X
Pädagogisch-psychologische Beratungsstellen X
Behindertenhilfe x
Pflegefachlicher Dienstleistungsservice X x x x
Supermärkte X x x x x x x
Fachgeschäfte X x x x x x x
Banken X x x x x x
Deutsche Post X x x x x
Versicherungen X x x
Bibliothek X x x x x x
Heimatmuseum X x x x x
Theater x
Campingplatz X x x
Gaststätten/Imbiss X x x x x x
Hotels x x x x x
Pension X x x x x x x
D BD BS G Pi Pz K
Multifunktionsgebäude/Billard/Tischtennis X x x x
Bolzplätze X x
Kegelanlagen X x x
Sportplätze X x x x x x x
Sporthallen X x x x x
Vereinsheime X x x x
Schwimmhalle x x x
Waldbad X x x
Trimm-Dich-Pfad X
Naturlehrpfad X x x
Elberadweg X x x
Kirchenstraße X x
Wassermühlentour X
Freiwillige Feuerwehr X x x x x x
Rettungsdienst x x x
Katastrophenschutz x
Landespolizeischule Sachsen X
ÖPNV-Anbindung X x x x x
Bahnhof Deutschen Bahn AG (x)
Elbe – Elbfähre X x x
(Übersicht auf Basis von Zuarbeiten, Befragungen und Schätzungen; Stand: Juni
2007)
Mit der „Neuen Pretzscher Erklärung“ wird auch ein Beitrag geleistet für die
Sicherung des grundzentralen Status der Kommunen in der Dübener Heide – sowohl
in Sachsen als auch in Sachsen-Anhalt.
Neue Pretzscher Erklärung
Der „Städtebund Dübener Heide“ kann auf eine erfolgreiche Zusammenarbeit seit
dessen Gründung im Jahr 2002 zurückblicken. Zahlreiche Vorhaben konnten
realisiert werden. Die „Gründungs-Erklärung von Pretzsch“ bot dafür eine gute
Grundlage. Nun sehen sich die Kommunen vor neue Herausforderungen gestellt, die
sich aus dem demografischen Wandel, zunehmendem Leerstand von Einrichtungen, den
Klimaveränderungen mit ihren ökologischen Folgen oder der nach wie vor hohen
Arbeitslosigkeit ergeben. Damit geht auch die Notwendigkeit einher, eine neue
Qualität der funktionalen Kooperation zwischen den Kommunen über Ländergrenzen
hinweg anzustreben. Sie sehen auch neue Chancen, die sich aus den Möglichkeiten
der Nutzung regionaler Ressourcen und darüber hinaus aus der europäischen
Kooperation für die kommunale Entwicklung ergeben. Mit der „Neuen Pretzscher
Erklärung“ wird an die positiven Erfahrungen der vergangenen fünf Jahre
angeknüpft, um zugleich den neuen Anforderungen und Chancen der Zukunft gerecht
zu werden:
Die Bürgermeisterinnen und Bürgermeister der Städte Bad Düben, Dommitzsch, Bad
Schmiedeberg, Kemberg, Gräfenhainichen, Prettin und Pretzsch erklären, als
„Städtebund Dübener Heide“ dauerhaft zu wechselseitigem Vorteil kooperieren zu
wollen. Vor allem durch Kooperation lassen sich künftig regionale und kommunale
Entwicklungsfragen im Interesse aller lösen. Dabei gilt es neue Aufgaben
anzugehen und Bewährtes fortzuführen:
Die neuen Aufgaben:
Der „Städtebund Dübener Heide“
- verfolgt das übergreifende gemeinsame Ziel einer „energieautarken Region“ bis
2020. Um dies zu erreichen, wird eine Zusammenarbeit bei der schonenden Nutzung
und Reproduktion der regionalen Ressourcen und bei der Entwicklung
übergreifender Projekte angestrebt.
- verstärkt die Zusammenarbeit zur Sicherung der Daseinsvorsorge in der Region
und baut eine grundzentrale, funktionsteilige Entwicklung aus.
- vertieft die Zusammenarbeit mit den regionalen Partnern, so z. B. dem Verein
Dübener Heide oder den Tourismusverbänden der Region, aber auch mit den
regionalen Unternehmen, den Bürgervereinen, den zahlreichen Einrichtungen oder
den Kirchen in der Dübener Heide weiter.
- baut die Kooperation mit thematischen Netzwerken, wie solchen zu Fragen der
Erneuerbaren Energien, des Tourismus oder der Wirtschaftsförderung mit den
Nachbarregionen, aber auch auf europäischer Ebene aus.
- verstärkt die Zusammenarbeit mit anderen Städtebünden in Sachsen,
Sachsen-Anhalt, Thüringen und Brandenburg.
- setzt sich für eine neue Qualität im Innen- und Außenmarketing der Region ein.
- befördert die Umsetzung strategischer Projekte in den Städten und den
verschiedenen Gebieten der Dübener Heide sowie in den angrenzenden
Landschaftsräumen.
- fördert die Entwicklung innovativer sozialer Projekte in den Kommunen, wie z.
B. Mehrgenerationenhäuser.
- will sich als Vorreiter auf dem Wege zu einer energieautarken Region
engagieren.
- wirkt auf eine konzertierte touristische Vermarktung hin.
- beteiligt sich an Modellprojekten, um vom Erfahrungsaustausch zu profitieren,
aber auch eigene Erfahrungen weiter geben zu können und zugleich neue
Finanzierungswege für Projekte zu erschließen.
- sieht sich als eine treibende Kraft für die Stärkung regionaler Identität und
für eine überregionale Kooperation im mitteldeutschen Raum zwischen Leipzig und
Berlin.
Die weiterführenden Aufgaben:
Der „Städtebund Dübener Heide“
- setzt die bewährten Formen der Kommunikation und Kooperation zwischen den
Bürgermeistern und den regionalen Partnern fort.
- versteht sich weiterhin auch als kooperativer Partner der Landkreise und der
Landesregierungen sowie der regionalen Planungsgremien.
- setzt sich für eine effektive Öffentlichkeitsarbeit im Interesse der Kommunen
ein.
- unterstützt die Aktivitäten zur Pflege und lebendigen Darstellung
kulturhistorischer Traditionen, insbesondere in den Städten.
- baut alle Möglichkeiten der Nutzung neuer Medien im ländlichen Raum aus.
- widmet sich auch der Suche nach Lösungen für die Probleme des ÖPNV in dem
peripheren Gebiet.
- unterstützt die Aktivitäten von Unternehmen zur Schaffung und Sicherung von
Arbeitsplätzen.
Der „Städtebund“ wird von einer Geschäftsstelle unterstützt, die jährlich
wechselnd in einer Mitgliedskommune eingerichtet wird. Im gleichen Rhythmus
wechselt der Vorsitz, welcher zugleich die operationale Leitung und die
Sprecherfunktion beinhaltet.
Der „Städtebund Dübener Heide“ will dem „Brückenschlag über die Heide“ eine neue
Perspektive geben und dabei die Bürger der Region in ihrer Kreativität und ihrem
Engagement unterstützen!
Die Mitglieder des „Städtebundes Dübener Heide“: Die Bürgermeister/innen der
Städte
Bad Düben, Dommitzsch, Bad Schmiedeberg, Gräfenhainichen, Kemberg, Prettin,
Pretzsch
Pretzsch, 29. Juni 2007
(Foto von der Unterzeichnung: siehe Anhang)
8. Das Handlungsprogramm: Prozess und Projekte
Das lokale Handlungsprogramm für Dommitzsch muss natürlich im Zusammenhang mit
den anderen Konzepten zur städtischen und regionalen Entwicklung gesehen werden.
Dabei reicht das Spektrum vom Flächennutzungsplan der Stadt, incl. der
Bebauungspläne, bis zum Konzept der Integrierten Ländlichen Entwicklung (ILEK)
auf der regionalen Ebene – sogar als länderübergreifende Kooperation angelegt.
Darüber hinaus gibt es weitere Konzepte auf den Fachebenen, die bedacht werden
sollen. das Handlungsprogramm versteht sich nicht als Konkurrenz zu diesen,
vielmehr ist ein „quer“ zu diesen angesiedeltes Programm, das verbindet,
aktiviert und Horizonte absteckt sowie natürlich die Umsetzung vorantreibt. Es
ist an keine Vorgaben gebunden (wie etwa beim ILEK). Die Kommune gibt es sich
selbst und stimmt dieses mit dem Städtebund, der Regionalplanung u. a.
Institutionen ab.
Eine wesentliche Aufgabe der nächsten Jahre wird darin bestehen, die
verschiedenen Konzepte in Bezug auf die regionalen Ziele, die energetischen
Autarkie und die grundzentrale Funktionskooperation, zu bündeln bzw. zu
harmonisieren. Dies ist eine zentrale Herausforderung vor allem unter dem
Gesichtspunkt der ab 2013 deutlich abnehmenden Förderzuwendungen für die
Regionen.
Um die Projekte auf den Weg zu bringen, sind Förderprogramme wie die FR Regio in
Sachsen, Interreg IV oder andere Möglichkeiten systematisch weiter zu
erschließen.
Die grundzentrale Funktionsteilung und regionale Kooperation bedarf eines
Fahrplanes, der letztlich auf eine weitgehende Unabhängigkeit von
Fördermittelzuwendungen abzielt. Selbsttragende Prozess müssen das Ziel sein.
Energieautarkie gehört ebenso in diesen Kontext wie ein Kooperation und
Funktionsteilung, um Prozesse effektiver und tragfähiger zu gestalten, aber auch
um die Daseinsvorsorge zu sichern
Die Bausteine dieses Handlungsprogramms sind:
1. Analyse und Konzept (Harmonisierung der Konzepte)
2. Leitprojekte (MGH, Autarkie-Inseln, Parke)
3. Meilensteine (Ländertag, Autarkiestufen)
4. Aktionsgremien/Partnerschaft (temporäre Lenkungs- und Projektgruppen)
5. Umsetzungsinstitutionen (Regional-GmbH)
6. Bilanzkonferenzen/Monitoring (Heidekonferenz)
7. lokale und regionale Kommunikations-Plattformen (Städtebund)
8. Der nächste Schritt (Interreg)
Zu 1. Analyse und Konzepte
Auf der Grundlage vorhandener Konzepte und Analysen der letzten Jahre werden in
diesem Baustein die gegenwärtig sich vollziehenden Neuprogrammierungen für die
Förderperiode 2007 bis 2013 auf Verschränkungsmöglichkeiten im Sinne der Ziele
Funktionsteilung und Energieautarkie geprüft. Einen wichtigen Bestandteil dessen
stellen die touristischen Aktivitäten dar. Die vorzufindende Zersplitterung der
Träger und Aktionsprojekte bietet die erste Gelegenheit für den Städtebund in
das Thema Harmonisierung der Konzepte einzusteigen und eine Harmonisierung und
Neuordnung voranzutreiben:
Empfehlung für zukünftige Tourismusaktivitäten in der Dübener Heide
Der Städtebund Dübener Heide hat sich auf seiner Beratung am 29. Juni 2007 mit
dem Thema des gemeinsamen Tourismusauftritts der Dübener Heide beschäftigt. Er
konstatierte dabei erhebliche Divergenzen.
Da die Kommunen als Partner der Vereine und Verbände, die in bzw. für die
Dübener Heide agieren, wirken und sich dabei auch beträchtlich finanziell
engagieren, sehen sich die Kommunen veranlasst, die derzeitigen Strukturen und
Wirkungsweisen touristischer Aktivitäten auf den Prüfstand zu stellen.
Dabei ist es erklärtes Ziel des Städtebundes Dübener Heide, den Einsatz der
Mittel effektiver zu gestalten und zugleich eine größere Wirkung zu erzielen.
Der Städtebund Dübener Heide sieht akuten Handlungsbedarf. Will sich der
Städtebund bzw. die einzelnen Kommunen zukünftig weiterhin engagieren, so bedarf
es einer gründlichen Überprüfung bisheriger Vorgehensweisen.
Der Städtebund Dübener Heide schlägt den Landkreisen und den touristischen
Verbänden deshalb vor, eine Evaluierung der touristischen Aktivitäten und
Strukturen vorzunehmen und auf dieser Basis den Einsatz finanzieller Mittel der
Kommunen neu zu ordnen bzw. zu orientieren. Der Städtebund Dübener Heide erklärt
sich bereit, an diesem Prozess aktiv mitzuwirken. Die touristischen Verbände,
die in bzw. für die Dübener Heide wirken, werden aufgerufen, sich entsprechend
abzustimmen und geeignete Vorschläge zu unterbreiten, um den Einsatz der
öffentlichen Gelder effektiver zu gestalten und das Innen- sowie Außenmarketing
für die Dübener Heide als einen konzertierten Prozess zu gestalten. Dabei sind
alle Interessierten eingeladen, sich konstruktiv in diesen Prozess einzubringen.
Der Städtebund ruft dazu auf, diese Evaluierung und Strategiebildung im Zeitraum
des zweiten Halbjahres 2007 durchzuführen und entsprechende Ergebnisse
darzulegen.
Auf ähnliche Weise könnte der Städtebund Dübener Heide die anderen Konzepte „auf
den Prüfstand“ stellen, um diese – in enger Zusammenarbeit mit den Landkreisen –
effektiver und Ziel führend länderübergreifend zu verknüpfen. Dies würde
Projekte (Leitprojekte) aus den ILEKs ebenso betreffen wie Konzepte und
Maßnahmen
der Ressourcennutzung (Stadtwaldbewirtschaftung),
des regionalen Verkehrs,
der Schulentwicklung,
der medizinischen Ausstattung,
der Seniorenbetreuung oder
der Infrastrukturnutzung (Feuerwehren, Katastrophenschutz u. ä. m.).
Diese (u. ä.) Themen könnten nacheinander bei den Beratungen des Städtebundes
abgearbeitet werden. Damit würde in einem Zeitraum von etwa einem Jahr eine
deutlichere Koordination erreicht werden. Der wichtige Nebeneffekt: die Kommunen
und Landkreise können damit auch einen wesentlich effektiveren
Finanzmitteleinsatz erreichen.
Zu 2. Leitprojekte
Ausgehend von den beiden o. g. Leitprojekten, die als maßgeblicher Einstieg in
die Umsetzung der Ziele einer Funktionskooperation und Energieautarkie für
Dommitzsch gelten, müssen weitere Leitprojekte entwickelt werden. Dabei dienen
die ILEK-Projekte (ILE-Region Dübener Heide, aber auch ILE-Region Wittenberg)
als Aufhänger. es sollten aber auch Projekte aus vergangenen Untersuchungen
(siehe Teil 1) herangezogen werden. Welche Vorhaben dann jeweils den Charakter
eines Leitprojektes übernehmen können, hängt von der Ausrichtung, von den
Kapazitäten und der beabsichtigten Wirkung ab. Wenn es tatsächlich zu einer
Übereinkunft käme, die beiden Ländertage im Grenzüberschreitenden
Kooperationsraum der Dübener Heide durchzuführen, dann würde damit ein enormer
Impuls ausgelöst werden können.
So könnte das vorgeschlagene Projekt des „Ringverkehrs“ z. B. ein Leitprojekt
werden. Es sollte dann in der weiteren Diskussion die einzelnen Sachthemen dahin
gehend geprüft werden, ob sich darin bestimmte Vorhaben ergeben, die den
Charakter eines „Vorreiters“ übernehmen können.
Zu 3. Meilensteine
Um eine entsprechend notwendige Aufmerksamkeit auf die Entwicklungen im
Städtebund zu erreichen, zugleich die Bewohner zielorientiert aktivieren und
einbeziehen zu können, sind bestimmte Höhepunkte notwendig. Dies haben
Großvorhaben in der Vergangenheit wie die EXPO 2000 gezeigt.
Erster Meilenstein: Gemeinsamer „Tag der Sachsen“ und „Sachsen-Anhalt- Tag“ in
der Dübener Heide. im Jahr 2013 (Vorschlag). In fünf Jahren wird in Dommitzsch
und Gräfenhainichen ein gemeinsamer Ländertag Mitteldeutschland durchgeführt.
Dafür wird eine Woche ein länderübergreifendes Programm oder ein Rahmen von
Veranstaltungen über einen bestimmten Zeitraum im Sommer gespannt. Mit einem
solchen Ereignis wäre ein Zeithorizont avisiert, der die Projekte der nächsten
Zeit „unter Druck“ setzt, realisiert zu werden. Dafür wäre natürlich – im Rahmen
des Städtebundes und in enger Zusammenarbeit mit den Landkreisen und vor allem
den Ländern – ein entsprechendes Organisations- und Handlungsprogramm zu
entwickeln.
Dieser Meilenstein ist aber nur ein, wenngleich ein herausragender, in einem bis
2020 setzende Folge von Bilanzhorizonten. Konferenzen (wie die
Demografiekonferenz), Feste, Einweihungen etc. gehören ebenso dazu wie eine
Bündelung und Koordination der vielen kleinen Aktivitäten in den Dörfern und
Städten.
Zu 4. Aktionsgremien/Partnerschaften
Der Städtebund kann natürlich nicht allein diese Aufgaben bewältigen – im
Gegenteil. Er sollte lediglich der „Katalysator“ des Prozesses sein. Um die
regionale Entwicklung voranzutreiben, bedarf es einer breiten Einbindung der
Öffentlichkeit, aber auch der Landkreise und der Vereine sowie der Unternehmen.
Der Städtebund nimmt die Rolle eines informellen Lenkungsgremiums für den
Prozess der Funktionskooperation und Energieautarkie ein. In diesem Gremium sind
die wichtigsten regionalen Akteure angeschlossen. Die turnusmäßigen Beratungen
führen die Akteure zusammen. hier werden die Aktionsbündnisse für Themen,
Leitprojekte und für Meilensteine besprochen und Empfehlungen für die Umsetzung
gegeben. Die Entscheidungen werden durch die jeweils notwendigen Gremien
getroffen. Das operationale Geschäft obliegt dann entweder vorhandenen
Struktureinheiten (Vereine), wird durch die betreffenden Partner selbst
umgesetzt oder es wird eine neue Institution geschaffen, z. B. die Regional GmbH
Dübener Heide, ein Organ des Städtebundes.
Zu 5. Umsetzungsinstitutionen
Neben lokalen und differenziert wirkenden Umsetzungsinstitutionen von Projekten,
also Unternehmen, Handwerker, Vereine etc. bedarf es übergreifender Strukturen,
die den Gesamtansatz Energieautarkie wirtschaftlich tragfähig in bestimmten
Komponenten umsetzen. dazu würden vor allem die Leitprojekte und
Meilensteinaktivitäten zählen. Das „Virtuelle Kraftwerk“ wäre ebenso ein solches
Projekt - wie die Vorbereitung und Durchführung des gemeinsamen Ländertages.
Die Umsetzungsinstitution sollte sich also nur auf Schwerpunkte konzentrieren
und partnerschaftlich mit den lokalen Unternehmen zusammen arbeiten. Die
Rechtsform wäre eine GmbH. Während die kreislichen
Wirtschaftsfördergesellschaften die dauerhafte Förderung der Wirtschaft und
entsprechender Projekte obliegt, würde sich das Aktionsfeld der Regional GmbH
Dübener Heide nur auf das grenzüberschreitende Gebiet konzentrieren.
Abstimmungen und Überschneidungen der Aufgaben sind zu klären bzw. im Sinne von
Synergien zu bündeln.
Zu 6. Bilanzkonferenzen
Das bereits seit dem REK-Prozess funktionierende und erfolgreich etablierte
Instrument der regionalen Kooperation, die Heidekonferenz, sollte unbedingt
weiter geführt werden. Sie sollte jedoch in Zukunft stärker den Charakter einer
zielgerichteten Bilanzkonferenz erhalten. Hier wären jährlich die erreichten
Stände bei den Themen Funktionskooperation, Energieautarkie und anderer
zentraler Vorhaben zu überprüfen. Gleichzeitig sollte diese Konferenz auch die
Möglichkeit für den Städtebund darstellen, die eigenen Vorhaben (Leitprojekte)
mit den regionalen Akteuren übergreifend zu erörtern und die Meilensteine
systematisch vorzubereiten. dafür dienen die Erhebungsbögen des auszubauenden
Ressourcen- und Maßnahmekatasters (einschließlich der Übersicht der
Funktionsanalyse) als eine Basis. Diese Erfassung sollte permanent von den
Kommunen im Sinne eines regionalen Monitorings durchgeführt werden. Hierfür ist
die Vernetzung der Kommunalverwaltungen im Städtebund systematisch zu
entwickeln. Das Projekt der Online-Vernetzung wäre eine gute Möglichkeit,
darüber hinaus andere Partner einzubeziehen. Gleichzeitig sollte die
Informationsbasis auf GIS-arc ausgebaut werden.
Grundsätzlich ist jedoch eine kontinuierliche Mitarbeit aller Kommunen des
Städtebundes eine Voraussetzung für den Erfolg dieser notwendigen Arbeiten. dass
dabei die Landkreise eng einzubeziehen sind, ist selbstverständlich.
Zu 7. Lokale und regionale Kommunikationsplattform
Der Städtebund Dübener Heide gehört zu den Erfolgsstories interkommunaler
Kooperation in Sachsen und Sachsen-Anhalt – und darüber hinaus. Er hat sich zu
einer regionalen Kommunikationsplattform entwickelt, die nicht mehr neben
anderen steht, sondern eine gewisse „Leadership“ übernommen hat. damit ist das
Wirken der Vereine in der Dübener Heide nicht geschmälert, sondern wird durch
eine starke kommunale Säule verstärkt. Mit dem Thema
Ressourcenwirtschaft/Energieautarkie und der grundzentralen Funktionskooperation
sind zentrale Themen der regionalen Entwicklung auf die Tagesordnung gesetzt
worden. Der Städtebund sollte sich dieser Rolle noch bewusster werden. Im engen
Zusammenwirken mit den beteiligten Landkreisen und den Ländern sollte sich der
Städtebund zum Motor der regionalen Entwicklung entwickeln. Über Leitprojekte,
Meilensteine, die Heidekonferenzen und die Regional - GmbH kann eine
wirkungsvolle Bündelung der regionalen Aktivitäten erfolgen.
Diese ist auch dringend notwendig: Knapper werdende Finanzen, stärker werdende
Konkurrenz, weiterer demografischer Wandel und steigende Kosten zwingen dazu,
„schlagkräftiger“ zu werden. Der Städtebund und die Landkreise haben deshalb ein
vitales Interesse an einer solchen Stärkung – im Interesse der Region insgesamt.
Der Städtebund sollte über die Funktion eines „Außenvertreters“ nachdenken. Die
Mitwirkung in zentralen Gremien und die Interessenvertretung des Städtebundes
insgesamt sollten durch einen (evtl. turnusmäßig wechselnden) Vertreter des
Städtebundes wahrgenommen werden.
Zu 8. Der nächste Schritt
Eine wichtige Aktivität mit Initialwirkung für das Leitprojekt „Energieautarkie“
sollte die Beteiligung an dem geplanten INTERREG IV B – Vorhaben „Erneuerbare
Energien und Energieeffizienz“ in Sachsen und Sachsen-Anhalt sein. Die aktive
Mitwirkung des Städtebundes als Netzwerk in diesem beabsichtigten Vorhaben
dürfte von entscheidender Bedeutung sein für die Umsetzung von Strukturen, der
Integration externer Erfahrungen und der Erhöhung des Stellenwertes des
Städtebundes insgesamt. Die Stadt Dommitzsch sollte hier als ein Vorreiter
fungieren. Die genauen Modalitäten der Beteiligung sind mit den
Städtebundmitgliedern, aber auch mit dem zukünftigen Leadpartner und dem
beteiligten SMI zu beraten.
Für die Erreichung einer neuen Qualität der regionalen Funktionsteilung auf
grundzentraler Ebene und zur Sicherung der Daseinsvorsorge leitet sich – aus der
Perspektive Dommitzsch – folgendes Zeit- und Zielmodell ab:
Jahr Meilenstein Leit-Projekt Bilanz
2007 Gründung MGH
2008 Regional GmbH Heidekonferenz
2009 Grundstein Elb-Park autarke Insel 1
2010 Heidekonferenz
2011 autarke Insel 2
2013 Ländertag S/S-A autarke Insel 3 Kongress
2015 autarke Teilregion
2020 Autarke Region … intern. Kongress
2035 …
Das Modell ist offen und sollte als Kommunikationsmittel zur breiten
Einbeziehung der Öffentlichkeit eingesetzt werden.
9. Ein Ausblick
Mit dem Projekt zur grundzentralen Funktionsteilung im Städtebund hat Dommitzsch
eine Rolle des Initiators unter Beweis gestellt. Die Stadt kann sich als Anker
in der Region weiter entwickeln. es wird jedoch darauf ankommen, die anderen
Kommunen auf dem umrissenen Wege mitzunehmen. zugleich wird es zukünftig
verstärkt darauf ankommen, dass sich die Kommen des Städtebundes nach außen
vertreten. Sie muss ein Platz im Mitteldeutschen Regionalforum einnehmen.
Andererseits muss ihr Blick auch in Richtung Berlin gerichtet werden. Im
Zusammenwirken mit den Landkreisen, den Verbänden und den Ländern sollte der
Ansatz aus dem REK, Regionalpark Mitteldeutschland von dem „Ankerplatz“ Dübener
Heide als Mittel der verstärkten Vermarktung der Region, der Anbindung an die
Quellen und Märkte in Berlin und Mitteldeutschland um Leipzig herum eine
„außenpolitische“ Aufgabe für den Städtebund werden. Nur wer sich in
„europafähigen“ Regionen platziert und mit diesen auftritt, wird zukünftig
Chancen der Entwicklung haben.
Energieautarkie und regionale wie überregionale Kooperation bedingen sich,
schließen sich auf keinen Fall aus. Es wird also um „Kooperative Autarkie in
europäischer Dimension“ gehen – der Städtebund Dübener Heide kann sich zum
Vorreiter entwickeln.
10. Anhang
Literatur
Blotevogel, H. H. [Hg.] (2002): Fortentwicklung des Zentrale-Orte-Konzeptes,,
Hannover
Regionalplan Westsachsen, 2005
Alexander, C. (1965): The City is not a Tree, in: LeGates, T., Stout, F. (1996):
The City Reader, London, S. 119-131
Regionalplan Westsachsen, Leipzig, 2005
Fürst, D. Scholles, F. (Hg.): Handbuch Theorien + Methoden der Raum- und
Umweltplanung, Dortmund, 2004,
Campbell, C.: Ölwechsel, München, 2003
Das Beispiel Güssing
Liste der Funktionen und Branchen in Dommitzsch
Projektansätze - Projektpartnerschaften
A Bildung
Leitprojekt: Mehrgenerationenhaus mit Bürgerakademie im „Bildungsviertel“
Dommitzsch
- „Bildungsviertel“ – Nachnutzung des Potentials der Mittelschule mit dem Ziel
der Schaffung von Arbeitsplätzen (Bildung für Jung bis Alt)
- Projektpartner:
o Bibliothek
o Grundschule
o Kita „4 Jahreszeiten“ Dommitzsch (157 Plätze, 13 Mitarbeiter)
o Kreisvolkshochschule Torgau-Oschatz
o Außenstelle der Landes-Polizeischule - IuK-Schulungs- und Referenzzentrum der
Landespolizeidirektion Zentrale Dienste - Medienzentrum
o Musikschule Fröhlich
o Altenpflegeheim „Haus am Stadtpark“ (80 Plätze)
o Jugendclub
o Heimatmuseum
o Vereine
Geschichtsverein Dommitzsch (8 Mitglieder)
Ländlichen Kultur- und Tourismusverein (LKTV Dommitzsch 29 Mitglieder)
Volkssolidarität (Gruppen 1-4 mit 415 Mitgliedern)
Frauenchor Dommitzsch (24 Mitglieder)
Frauengruppe Mahlitzsch (25 Mitglieder)
Seniorengruppe Wörblitz
Faschingsverein Wörblitz (50 Mitglieder)
Feuerwehr
Theaterring
AG Junge Reporter
o Dienstleistungsunternehmen
Mohren-Apotheke
Büroservice BSI GmbH (Durchführung von Schulungen)
Fitness-Studio Richter
Olaf Hörnig – Selbständiger Berater für Vereine, öffentliche Einrichtungen
Ina Bachmann – Ernährung- und Diätberatung, Wellnesstraining
Ihre Mobile Hauskrankenpflege GbR
Pflegefachlicher Dienstleistungsservice
Personalberatung Annett Theile
Nachhilfe - Studienkreis Torgau
o ansässige Lehrer und Sozialpädagogen etc.
u.a. Pädagogisch-psychologische Beratungsstelle
• Dipl. Psych. Peter Ludwig
• Petra Schlesinger
- Visionen:
o Mehrgenerationenhaus (siehe Anhang „Vorstellungen zum Mehrgenerationenhaus
Dommitzsch“)
o Kompetenzzentrum z.B. Energie – Energiemanager, Energiebüro etc.
o Einheitliche Organisation der Verwaltung als Aufbauprozess (Weitergabe von
Fachkompetenz bzw. Qualifizierung über Erfahrungsaustausch – Vernetzung -
E-Government)
B Kultur – Tourismus – Freizeit
Leitprojekt: „Elb-Auen-Park“
- „Elbe als Bindeglied“ – Realisierung elbüberschreitender Projekte durch
Kooperation von Vereinen und Verwaltung
- Projektpartner:
o Gastgewerbe
Campingplatz Lindenmühlenberg
Stadt Potsdam
Zum Fuchsbau
Zum Goldenen Anker
Getränkestützpunkt Strauch
Imbiss Olaf Stolze
Fährhaus Dommitzsch
Räuberhütte
Sportlergaststätte Dommitzsch
Lindeneck
Ratskeller
Pension Steffi Tunger
Imbiss-Döner Kera Ihsan
Alter Sattel
Imbiss Angelika Winkler
Schank- und Speisenwirtschaft Heike Tacskovics
o Vereine
Modellflug-Verein (25 Mitglieder)
Kleintierzüchter (32 Mitglieder)
Sportverein Grün-Weiß (351 Mitglieder)
Anglerverband Dommitzsch (83 Mitglieder)
Kleingärtner (100 Mitglieder)
Kegelclub 77 e.V. (60 Mitglieder)
Brieftaubenzuchtverein (8 Mitglieder)
Frauen-Fitness-Club (18 Mitglieder)
Anglerverein Wörblitz
1. Sportbootverein (9 Mitglieder)
Schützengilde (23 Mitglieder)
Mitteldeutsche Kirchenstraße
o Tourismusmanagement (Infocenter)
o Jugendclub
o Kurtheater Bad Schmiedeberg
o Verkehrsplanung (Verwaltung)
- Visionen:
o Reaktivierung der Bahnstrecke Torgau-Wittenberg
o Nachnutzung Kino Dommitzsch
o „Jung und Alt sportlich in Dommitzsch“
o Ausbau des Freizeitangebotes mit Trimm-Dich-Pfad Labaun, Naturlehrpfad nach
Greudnitz – Gränigk, Radweg nach Dahlenberg (Elberadweg), Kirchenstraße,
Wassermühlentour
C Soziales
Leitprojekt: „Dommitzsch vernetzt“
- Netzwerk „Fachärzte-Austausch“
- Projektpartner:
Landambulatorium - Allgemeinärzte
• Dr. med. Helmut Liebau
• Dipl.-Med. Frank Buchold
• Dr. med. Kristin Hontzek
Landambulatorium - Zahnärzte
• Dr. Diethild Walther
• Dipl.-Med. Elke Scholz
• Dipl.-Stom. Birgit Reichelt
Pädagogisch-psychologische Beratungsstelle
• Dipl. Psych. Peter Ludwig
• Petra Schlesinger
Kassenärztliche Vereinigung
Ärztekammer Torgau-Oschatz
Mohren-Apotheke, Physiotherapien
Vergleich: Bad Schmiedeberg
- Dr. med. L. Lacheta (FA f. Innere Medizin)
- Dipl. med. C. Todorow
- Dipl. Stom. E. A. Giese
- Dr. H. Werner (Zahnarzt)
- Rehabilitationsklinik für Orthopädie und Gynäkologie
- Physiotherapie/Heilpraktiker: Kerstin Irmer, Barbara Sembdner, Karin Schneider
- Apotheke am Kurhaus, Löwenapotheke Markt
Online-Service-Pool
- Projektpartner:
Landambulatorium - Allgemeinärzte
• Dr. med. Helmut Liebau
• Dipl.-Med. Frank Buchold
• Dr. med. Kristin Hontzek
Landambulatorium - Zahnärzte
• Dr. Diethild Walther
• Dipl.-Med. Elke Scholz
• Dipl.-Stom. Birgit Reichelt
Pädagogisch-psychologische Beratungsstelle
• Dipl. Psych. Peter Ludwig
• Petra Schlesinger
Mohren-Apotheke
o Gesamtvolumen Dienstleistungs- und Handelsbetriebe laut Gewerbeanmeldungen
o Verwaltung
o Vereine
Volkssolidarität (Gruppe 1-4 mit 415 Mitgliedern)
Frauengruppe Mahlitzsch
- Visionen:
o Mehrgenerationenhaus (siehe Anhang „Vorstellungen zum Mehrgenerationenhaus
Dommitzsch“)
o Online-Service-Pool
D Energie
Leitprojekt: „Regenerative Energie und regionale Autarkie“
- „Autarke Stadt Dommitzsch“ – Energie sparen!
o Nutzung natürlicher Ressourcen, z.B. Stadtwald etc. zur Erzeugung von Energie
o Gewerbeansiedlung in Dommitzsch
- Projektpartner:
o Land- und Forstwirtschaft
Beratungslandwirt Edwin Krüger
Landhandel-Landschaftspflege Christine Reimann
Stadtförster
o Baugewerbe
Ingenieurbüro für Bauwesen Daniel Enigk
Baugeschäft Heiko Hassmann
Gebrüder Lehmann Maschinenbau & Handel GmbH Dommitzsch
Anlagen- und Sonderformstückbau Dommitzsch GmbH
o Energie
Gebäudeenergieberater Olaf Golatowski
FHD Informations- und Steuerungstechnik GbR
Stromgewinnung aus Sonnenenergie Dr. Helmut Arndt
Epem – Engelmann-perfect-energy-management
o Grundstücks- und Wohnungswesen
Dommitzscher Objektgesellschaft mbH
Büroservice BSI GmbH
LUBI Bau-Handels- und Dienstleistungsgesellschaft mbH Deutschland
Immobilienvermarktung Tom Staude
Immobilienvermittlung Ralf Wetzer
o Teiglingswerk Dommitzsch GmbH
o Verwaltung
- Visionen:
o 170 städtische Wohnungen und „Bildungsviertel“ mit eigener Energie
bewirtschaften
o Teiglingswerke als Großabnehmer „selbst produzierter“ Energie/Wärme
Branchenverteilung in Dommitzsch auf Basis der Gewerbeanmeldungen
Branche Beschreibung % Anteil
Land- und Forstwirtschaft Landwirtschaft, Obstanbau, Landschaftspflege 1,4%
Verarbeitendes Gewerbe Fleischer, Teiglingswerke, Schmiede, Schlosser, Sattler,
Korbmacher, Bäcker, Maschinenbau, Anlagenbau, Karosserie- und Fahrzeugbau,
Schneider, Tischler 7,2%
Energie- und Wasserversorgung Photovoltaik, Energie- und Wasserversorgung 0,5%
Baugewerbe Gas, Wasser, Türen, Fenster, Bautenschutz, Holz-, Glas-, Klempner-
und Installateursarbeiten, Klima- und Lüftungsanlagen, Dachdecker, Elektriker,
Maler 15,3%
Handel (inkl. Reparatur) Lebensmittel, Schrott, Kfz, Sportstättenzubehör,
Wassersportartikel, Bekleidung, Blumen, Zierpflanzen, Jagd- und Anglerbedarf,
Porzellan, Keramik, Bücher, Papier, Spielzeug, Pyrotechnik, Handelsvertretung,
Tierbedarf, Apotheke, Maschinen, Reitsportartikel, Dekoration, Floristik, chem.
Stoffe, Fahrräder, Schuh- und Lederwaren, Drogerieerzeugnisse, Zeitungen,
Zeitschriften, Tabakwaren, Soft- und Hardware, Heimtextilien, Haushaltswaren
31,5%
Gastgewerbe Campingplatz, Schank- und Speisenwirtschaft, Imbisswirtschaft,
Kantinen- und Gastroservice, Pension, Spielautomatenbetrieb 8,1%
Verkehr und Nachrichtenübermittlung Transport, Taxi, Deutsche Post, Kurierdienst
3,2%
Kredit- und Versicherungsgewerbe Versicherungen, Sparkasse Leipzig,
Raiffeisenbank Torgau 4,5%
Grundstücks- und Wohnungswesen, Vermietung Vermietung, Verpachtung von
Gewerbegrundstücken, Wohnungen, Gewerberäumen, Vermittlung 1,8%
Sonstige Dienstleistungen Partnervermittlung, Softwareberatung, - entwicklung,
Management, Ingenieure, Schornsteinfegen, Beratungen aller Art, Schlüsseldienst,
Personalvermittlung, Sicherheitsdienst, Fotograf, Fahrzeugpflege, Design,
Hundeausbildung, -zucht 13,1%
Erziehung und Unterricht Grundschule, Kindergarten, Außenstelle der
Landes-Polizeischule - IuK-Schulungs- und Referenzzentrum der
Landespolizeidirektion Zentrale Dienste , Musikschule 1,8%
Gesundheits-, Veterinär- und Sozialwesen ambulanter Pflegedienst,
Allgemeinmediziner 3,2%
Öffentliche und persönliche Dienstleistungen Abfallbeseitigung,
Hausmeisterservice, Bestattungen, Kosmetik, Buchhaltung, Wasch- und
Pflegeservice, Frisör, Sauna, Solarium, Fitness-Studio, Forschung 8,6%
Quelle: Gewerbeanmeldungen bei der Stadtverwaltung Dommitzsch, Eigenzuordnung
der Branchen Dommitzsch zur Klassifikation der Wirtschaftszweige (2003) vom
Statistischen Bundesamt Wiesbaden 2002 unter
www.destatis.de/download/d/klassif/wz03.pdf
Vorstellungen zum Mehrgenerationenhaus Dommitzsch
Mehrgenerationenhäuser arbeiten grundsätzlich nachfrageorientiert, lebensnah und
bezahlbar. Darüber hinaus sollten sie sieben Mindestkriterien erfüllen.
- Einbeziehung der vier Lebensalter: Kinder und Jugendliche, Erwachsene, junge
Alte (über 50 Jahre) und Hochbetagte
- Generationsübergreifende Angebote
- Kinderbetreuung
- Zusammenwirken von Haupt- und Ehrenamtlichen auf gleicher Augenhöhe; starke
Einbeziehung des bürgerschaftlichen Engagements
- Entwicklung als Informations- und Dienstleistungsdrehscheibe vor Ort
- Einbeziehung der lokalen Wirtschaft
- offener Tagestreff mit Cafeteria/Bistro
Ziele
- Stärkung der Zusammenarbeit zwischen den Generationen
- Aufbau eines Dienstleistungsmarktes im Bereich Haushalt und Nachbarschaft
- Nutzung von Erfahrungen, Wissen und Potentialen aller Generationen zur
Förderung der Kompetenzen
- Unterstützung von Bürger-Netzwerken
- Verknüpfung von wirtschaftlichen und staatlichen Leistungen mit bürgerlichem
Engagement, um Wirtschaftswachstum zu erhöhen
Ideen
Nachnutzung der ehemaligen Mittelschule Dommitzsch
- Kinderbetreuung in Spielgruppe
- „Fahrdienst“ zum Mehrgenerationenhaus
- Bürgercafé Dommitzsch inkl. Internetnutzung (mit Mahlzeitendienst)
- Beratungsangebote (für z.B. Alkoholiker, Diabetiker, Schwangere, Herzkranke
etc.)
- Bürgerakademie (Senioren, Jugendliche etc. bieten Seminare, Workshops,
Nachhilfe, Bewerbertraining etc. an)
- Dienstleistungsbörse (Angebotskatalog bzw. Schwarzes Brett online – Zugriff
über PCs im Bürgercafé)
- Selbsthilfewerkstatt
- Bürgerclub (Freizeitangebote: Backen, Sport, Singen, kreativ tätig werden,
Märchen erzählen, Lesungen, Filmvorführungen, Vorträge, Theater/Kabarett,
Ausflüge, Wanderungen, Feste etc.)
Projektskizze
Vision: Online-Service-Pool Dommitzsch
Projektbeschreibung:
Geprägt von „Neuen Medien“ bietet die Zukunft für Erwerbstätige, Familien, junge
und ältere Einwohner der Stadt eine neue Kommunikations- und
Organisationsvielfalt, die Dienstleistungen mit neuem Profil hervorbringen kann.
Dementsprechend würde die Anwendung bedienerfreundlicher und nutzbringender
„Neuer Medien“ eine Chance bieten, alltägliche Bedürfnisse mit minimalem Aufwand
zu befriedigen.
Bedürfnisstruktur der Bevölkerung Dommitzsch:
Bildung Gesundheit
Kommunikation Wohnen
Mobilität Sicherheit
Verpflegung Kultur
Arbeit Freizeit/Unterhaltung
Erholung Lebensqualität
Projektinhalt
Dienstleistungen werden von einem selbständigen Online-Service-Pool in
Zusammenarbeit von Verwaltung und ansässigen Dienstleistungs- und
Handelsunternehmen innerhalb des Städtebundes angeboten. Über ausgewählte Medien
können diese abgefragt werden.
Voraussetzungen
Nur bei hoher Dienstleistungsqualität, einem großen Leistungsumfang und der
Sicherung der entsprechenden Leistungen ist das System ökonomisch tragfähig.
Ziel
Schaffung von Achsen gleichwertiger Lebensbedingungen - ausgeglichene
Funktionsräume:
- Steigerung der Lebensqualität bzw. Lebensqualitätsicherung
- Verhinderung von Abwanderung - Begünstigung von Zuzug
- Minimieren von Verwaltungsaufwand durch Harmonisierung und Kooperation
- übergreifende, abgestimmte touristische Vermarktung
Komponenten
A) ServicePortal: übernimmt DL-Vermittlung bzw. DL-Übernahme oder DL-Weitergabe
B) ServicePortal-Webseite: inklusive Dienstleistungskatalog und
Buchungsoberfläche
C) Points of Information and Service: Terminalsystem/Serviceterminal
(Platzierung an zentralen Punkten – z.B. Mehrgenerationenhaus, Bäcker,
Kreditinstitut, Tourismusinformation) – TouchScreen als Bedienelement –
Auftragserteilung möglich
Ablauf
A) Informationsfluss: Nutzer informieren sich über Online-Portal (Webseite) ggf.
in Print-Medien bzw. Werbung/Kalalog über Angebot
B) Kommunikation: Nutzer und ServicePortal kommunizieren über Online-Portal
(Webseite - Terminalsystem, Email) bzw. Telefon (Handy, SMS). ServicePortal und
Dienstleister dagegen auch über persönlichen Kontakt.
Projektpartner:
Dienstleistungs- und Handelspartner
Die Beteiligung aller ansässigen Dienstleistungs- und Handelsunternehmen (siehe
Liste-Gewerbeanmeldungen Dommitzsch) ist anzustreben. Sie kooperieren mit
branchengleichen Unternehmen innerhalb des Städtebundes, mit der Verwaltung und
den Tourismusverbänden und bestimmen Serviceumfang und –qualität des
Online-Pools. Diese Kooperation kann soweit ausgedehnt werden, dass gemeinsame
Marketingstrategien, Angebote, Verwaltungsrichtlinien und/oder Unternehmens-
bzw- Verbands- und Vereinspräsentationen (z.B. auf Webportalen, in
Anzeigenmärkten, auf Messen etc.) entwickelt werden.
Umsetzungspartner
Als Partner bei der Umsetzung des Online-Service-Pools fungieren in der Region
ansässige IT-Unternehmen:
• Betriebswirtschaftliche Software GmbH
• Bergmann INFOTECH GmbH
• SD Software GmbH
• InService GmbH
• FHD Informations- & Steuerungstechnik GbR
• Andrea Knop (Webdesign, Netzwerktechnik, Marketing)
• Computer Telekommunikation & Service Torgau (CTST)
• CRAM - Marc von Nießen (Welsau)
Branchenverteilung in Dommitzsch auf Basis der Gewerbeanmeldungen
Branche Beschreibung % Anteil
Land- und Forstwirtschaft Landwirtschaft, Obstanbau, Landschaftspflege 1,4%
Verarbeitendes Gewerbe Fleischer, Teiglingswerke, Schmiede, Schlosser, Sattler,
Korbmacher, Bäcker, Maschinenbau, Anlagenbau, Karosserie- und Fahrzeugbau,
Schneider, Tischler 7,2%
Energie- und Wasserversorgung Photovoltaik, Energie- und Wasserversorgung 0,5%
Baugewerbe Gas, Wasser, Türen, Fenster, Bautenschutz, Holz-, Glas-, Klempner-
und Installateursarbeiten, Klima- und Lüftungsanlagen, Dachdecker, Elektriker,
Maler 15,3%
Handel (inkl. Reparatur) Lebensmittel, Schrott, Kfz, Sportstättenzubehör,
Wassersportartikel, Bekleidung, Blumen, Zierpflanzen, Jagd- und Anglerbedarf,
Porzellan, Keramik, Bücher, Papier, Spielzeug, Pyrotechnik, Handelsvertretung,
Tierbedarf, Apotheke, Maschinen, Reitsportartikel, Dekoration, Floristik, chem.
Stoffe, Fahrräder, Schuh- und Lederwaren, Drogerieerzeugnisse, Zeitungen,
Zeitschriften, Tabakwaren, Soft- und Hardware, Heimtextilien, Haushaltswaren
31,5%
Gastgewerbe Campingplatz, Schank- und Speisenwirtschaft, Imbisswirtschaft,
Kantinen- und Gastroservice, Pension, Spielautomatenbetrieb 8,1%
Verkehr und Nachrichtenübermittlung Transport, Taxi, Deutsche Post, Kurierdienst
3,2%
Kredit- und Versicherungsgewerbe Versicherungen, Sparkasse Leipzig,
Raiffeisenbank Torgau 4,5%
Grundstücks- und Wohnungswesen, Vermietung Vermietung, Verpachtung von
Gewerbegrundstücken, Wohnungen, Gewerberäumen, Vermittlung 1,8%
Sonstige Dienstleistungen Partnervermittlung, Softwareberatung, - entwicklung,
Management, Ingenieure, Schornsteinfegen, Beratungen aller Art, Schlüsseldienst,
Personalvermittlung, Sicherheitsdienst, Fotograf, Fahrzeugpflege, Design,
Hundeausbildung, -zucht 13,1%
Erziehung und Unterricht Grundschule, Kindergarten, Außenstelle der
Landes-Polizeischule - IuK-Schulungs- und Referenzzentrum der
Landespolizeidirektion Zentrale Dienste , Musikschule 1,8%
Gesundheits-, Veterinär- und Sozialwesen ambulanter Pflegedienst,
Allgemeinmediziner 3,2%
Öffentliche und persönliche Dienstleistungen Abfallbeseitigung,
Hausmeisterservice, Bestattungen, Kosmetik, Buchhaltung, Wasch- und
Pflegeservice, Frisör, Sauna, Solarium, Fitness-Studio, Forschung 8,6%
Quelle: Gewerbeanmeldungen bei der Stadtverwaltung Dommitzsch, Eigenzuordnung
der Branchen Dommitzsch zur Klassifikation der Wirtschaftszweige (2003) vom
Statistischen Bundesamt Wiesbaden 2002 unter
www.destatis.de/download/d/klassif/wz03.pdf
Unterzeichnung der „Neuen Pretzscher Erklärung“ am 29. Juni 2007
im Parkhotel Pretzsch
Der Bürgermeister von Dommitzsch, Herr Koch, unterzeichnet die „Neue Pretzscher
Erklärung“
Die Bürgermeister der 7 Mitgliedskommunen des Städtebundes Dübener Heide mit der
unterzeichneten „Neuen Pretzscher Erklärung“
Pressebeiträge
Sonntagswochenblatt 17. 06. 2007
,