Die Stadt Sundern steht vor großen Herausforderungen. Bevor der demografische
Wandel mit Überalterung und Bevölkerungsrückgang die Stadt verändern wird, gilt
es, sich mit Konzeptionen rechtzeitig darauf vorzubereiten. Zugleich ist die
alte Stadt Sundern nicht mehr die kleine Gewerbestadt an der Röhr. Sie ist zu
einer prosperierenden Regional-Stadt mit zahlreichen Gewerbestandorten,
Ortsteilen sowie touristischen Anziehungspunkten geworden. Was aber wird aus dem
historischen Kern der Stadt? Wer möchte dort leben und einkaufen? Welche Rolle
kann dieses Zentrum zukünftig spielen? Was wird aus den brachfallenden alten
Wirtschaftsstandorten im Kerngebiet von Sundern? Wie wird die städtebauliche
Gestalt dieses Kerngebietes auszusehen haben, damit es bereits heute für die
Zukunft gerüstet ist im Wettbewerb der vielen Kommunen südlich der Metropole
Ruhrstadt? Die Fragen sind nicht einfach zu beantworten. Vor allem können die
Antworten nicht ohne die in Sundern lebenden Menschen gefunden werden. Wenn es
um die Zukunft der Stadt und besonders ihres Mittelpunktes geht, dann sind die
Bürger und Bürgerinnen ebenso gefragt wie die Verwaltung, wie die Experten oder
Unternehmer. Es ist IHRE Stadt!
Mit einer für alle offenen Werkstatt zur Planung der Stadt, die wir Charrette
nennen, möchten wir alle Interessierten einladen, sich am Planen zu beteiligen.
Charrette bedeutet im Französischen Karren. Diese Bezeichnung für eine
gemeinsame Planungsarbeit heißt also: Sich gemeinsam vor den Karren spannen –
für die Zukunft der Stadt. Das Hauptaugenmerk liegt dabei auf dem Bereich
zwischen Bahnhof und der Johannisstraße als südliche Begrenzung. Dabei wird
jedoch der Zusammenhang in der gesamten Stadt sowie mit dem Sorpesee und den
anderen orten der Region nicht außer Acht gelassen.
Die Charrette wird in drei Schritten erfolgen:
1. Vorbereitung: Zu jeder Planung gehört das Kennenlernen, das Einstimmen, das
Analysieren. Dies soll aber nicht als Schreibtischtätigkeit vonstatten gehen,
sondern bereits im Gespräch von Experten, Verwaltung und Bürgern. Dazu werden
Gespräche geführt mit sog. Schlüsselpersonen, also mit Menschen aus Sundern, die
vereine leiten, die Unternehmen führen, die besondere Kenntnisse über die Stadt
besitzen oder Verantwortung für die Geschicke in der Stadt tragen. Außerdem wird
eine „Mini-Charrette“ veranstaltet, in welcher erste Vorstellungen gemeinsam
entwickelt werden. Die Mini-Charrette findet am 17. August im Kolpinghaus statt.
Sie nimmt ab 16.30 Uhr für Interessierte die Arbeit auf. Hier können Ideen und
Vorschläge am Plan eingebracht werden. Ab 18.00 Uhr ist dann ein öffentliches
Plenum, wo erste Überlegungen öffentlich diskutiert werden. Vor allem aber
werden auch die Fragen und Probleme, die es zu lösen gilt aufgenommen. Jetzt
besteht also die Möglichkeit, sich direkt einzubringen.
2. Planungswerkstatt – Hauptcharrette: Diese wird drei Tage in Sundern im
Johannishaus, vom 6. bis 8. September stattfinden. Hier wird täglich zwischen
10.00 Uhr und etwa 21.00 Uhr in aller Öffentlichkeit, nach einem klaren
Ablaufplan, an der Zukunft von Sundern gearbeitet. Das Kerngebiet der Stadt wird
dabei nochmals in vier Teile gegliedert (Bahnhofsviertel, Kernstadt,
Rathausplatz und Südstadt). Zu diesen Teilen werden jeweils städtebauliche
Lösungen erarbeitet, denn diese bilden das eigentliche Zentrum von Sundern. Die
Teile müssen aber zueinander passen. Deshalb werden jeden Tag abends in
öffentlichen Foren die Ergebnisse vorgestellt und diskutiert. Die Experten
moderieren, bringen sich aber natürlich auch selbst planerisch ein. Im Dialog
zwischen Bewohnern und den Experten mit ihrer „Außensicht“ werden die Ansichten,
Vorstellungen und Ideen zusammen geführt, aber auch auf ihre Machbarkeit hin
geprüft. Das Ergebnis dieser drei Tage sind die Konturen eines sog.
Rahmenplanes, eines Masterplanes für die städtebauliche Entwicklung des Kerns
von Sundern.
3. Durcharbeitung: Diese Ergebnis wird anschließend planerisch vertieft,
bearbeitet und mit einem Maßnahmekonzept sowie einem Regelwerk für die weitere
Arbeit untersetzt. Dieses Ergebnis wird wiederum öffentlich vorgestellt und
erörtert. Dabei wird auch überprüft, inwieweit die gemeinsam erarbeiteten
Vorstellungen aus der Hauptcharrette verwirklicht worden sind. Dem schließt sich
dann eine letzte Vertiefung und Bearbeitung durch die Experten an. Am 18.
Februar 2008 wird dann das Ergebnis des gemeinsamen Planungsprozesses, der
Charrette vorgestellt und als Rahmenplan verabschiedet. Danach können dann
sofort Umsetzungspläne erarbeitet und dann schrittweise umgesetzt werden.
Die Charrette steht allen offen. Die Bürger und Bürgerinnen der Stadt können
sich direkt an der Planung beteiligen – die Informationen dazu werden über die
Presse, über das Internet, über Aushänge gegeben. Das Bauamt der Stadt ebenfalls
für Auskünfte zur Verfügung. Das Ganze wird natürlich auch im Internet unter
www.o-sp.de/sundern und unter www.sundern.de einsehbar sein. Auch hier können
Vorschläge eingebracht werden. Wie überhaupt: wer nicht direkt an den Planungen
teilnehmen kann, sollte seine bzw. ihre Vorschläge auch schriftlich beim Bauamt
der Stadt Sundern im Rathaus oder über das Internet einbringen.
Jetzt wird die Zukunft des Zentrums von Sundern geplant – alle können sich
einbringen. Die Türen stehen offen!
Termine:
17. August 2007, 18.00 Uhr Plenum (ab 16.30 Uhr in öffentlichen Arbeitsgruppen)
6. bis 8. September 2007, täglich ab 10.00 Uhr geöffnet; täglich 18.00 Uhr
öffentliches Forum
Weitere Termine im Herbst werden am 8. September bekannt gegeben.
Abschlussveranstaltung: 18. Februar 2008.
Ansprechpartner:
Lars Ohlig, Amt für Stadtplanung, Umwelt und Bauordnung
59846 Sundern, Rathausplatz 1
fon: 0293381229, fax 029339794047
mail: l.ohlig<at>stadt-sundern.de
Sundern macht aich auf den Weg...
Den Bürger vor den Karren spannen